{"id":166,"date":"2010-03-31T09:11:13","date_gmt":"2010-03-31T08:11:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/?p=166"},"modified":"2010-03-31T09:11:13","modified_gmt":"2010-03-31T08:11:13","slug":"kritisch-nein-boshaft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=166","title":{"rendered":"Kritisch? Nein, boshaft!"},"content":{"rendered":"<p>Journalisten bezeichnen sich gerne als \u201ekritisch\u201c. Tats\u00e4chlich geh\u00f6rt es zu ihren Aufgaben, das Handeln und Funktionieren unseres Staates kritisch zu begleiten und zu kommentieren. Sie sollen ein Gegengewicht zu den M\u00e4chtigen bilden. Diese sollen ihre Vorstellungen erkl\u00e4ren und ihr Handeln begr\u00fcnden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Soweit die Theorie. Die Praxis ist eine andere. Das Gros der hiesigen Journalisten hat sich l\u00e4ngst einem politisch korrekten Mainstream verschrieben. Praktisch jede Frage wird auf die Haltung zur \u201eaussenpolitischen \u00d6ffnung\u201c zur\u00fcckgef\u00fchrt. Und selbst so genannte Qualit\u00e4tsmedien stellen als erstes die Grundsatzfrage: \u201eWie hast Du\u2019s mit der SVP?\u201c So haben wir es in der Schweiz mit der abartigen Situation zu tun, dass nicht der M\u00e4chtige von der Opposition der Medien herausgefordert wird, sondern die st\u00e4rkste Oppositionskraft f\u00fcr ihre Opposition gegen die Regierenden gepr\u00fcgelt wird. Der SVP hat das bisher nicht geschadet. Daf\u00fcr hat die Qualit\u00e4t der Regierungsarbeit enorm Schaden genommen, und auch die Medien verloren an Glaubw\u00fcrdigkeit und Autorit\u00e4t \u2013 und an zahlenden Konsumenten.<\/p>\n<p>Auf diese seltsamen Beisshemmungen gegen\u00fcber dem politischen Establishment angesprochen reagiert die Zunft ungehalten. Dann wird vor dem Versuch der unlauteren Einflussnahme gewarnt, und selbst der \u00fcbelste Blick-Schreiberling sieht pl\u00f6tzlich seine journalistische Ethik gef\u00e4hrdet. Als Christoph Blocher und Ueli Maurer k\u00fcrzlich die Journalisten zu mehr eigenst\u00e4ndigem und kritischen Denken aufforderten, wurde dies von vielen der Angesprochenen als \u201eRundumschlag\u201c gegen die Medien gewertet. Absurd.<\/p>\n<p>Noch bedenklicher ist allerdings, dass zahlreiche Journalisten kritische Arbeit mit reiner Boshaftigkeit verwechseln. Ein Beispiel f\u00fcr diese Form der rein politisch motivierten Agitation lieferte vor einigen Tagen David Schaffner im Tages-Anzeiger: \u201eUeli Maurer unterst\u00fctzt Petition, die Rechtsextreme verharmlost\u201c, lautete der Titel eines seiner Beitr\u00e4ge. Schaffner behauptet zwar nicht, Ueli Maurer sei rechtsextrem. Aber er insinuiert, dass Maurer gegen\u00fcber diesem Gedankengut aufgeschlossen sei. Es f\u00e4llt schwer, sich einen gr\u00f6sseren Schwachsinn vorzustellen.<\/p>\n<p>Der Sachverhalt ist denkbar einfach. Doch, wie bereits erw\u00e4hnt, wird Berichterstattung von der hiesigen Journaille, selbst in den einfachsten F\u00e4llen von der Beantwortung der Europa-Frage abh\u00e4ngig gemacht. Und da es im konkreten um die Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach geht, l\u00e4uten in den Redaktionsstuben die Alarmglocken: \u201eDas war doch das mit diesem Winkelried, der sich f\u00fcr seine Kameraden opferte.\u201c \u201eIch will euch eine Gasse bahnen, sorget f\u00fcr mein Weib und meine Kinder!\u201c, soll er gerufen haben. Manche behaupten sogar: \u201eDer Freiheit eine Gasse!\u201c.<\/p>\n<p>Solches ist nat\u00fcrlich nicht modern. Passt nicht ins Bild. Im Gegenteil, der Kampf f\u00fcr Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit steht dem strategischen Ziel der M\u00e4chtigen, dem EU-Beitritt, diametral entgegen. Ergo m\u00fcssen diejenigen die sich daf\u00fcr einsetzen, diskreditiert werden. Zum Beispiel, indem man ihnen N\u00e4he zu rechtsextremem Gedankengut andichtet.<\/p>\n<p>Unsere Armee hat im Kriegsfall das Land und seine Freiheit zu verteidigen. Kann es da verwerflich sein, wenn der oberste Chef einer Schlacht gedenkt, in der die alten Eidgenossen genau dies erfolgreich taten? Der Chef VBS hat seine Unterschrift unter eine Petition gesetzt, die verlangt, dass die Gedenkfeier der Schlacht zu Sempach \u2013 Rechtsextreme hin oder her \u2013 weiterhin in einem w\u00fcrdigen Rahmen abgehalten wird und nicht auch noch zu einem seines wahren Sinnes beraubten Verwaltungsakt verkommt. Ein Schurke, der etwas anderes dabei denkt.<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Journalisten bezeichnen sich gerne als \u201ekritisch\u201c. Tats\u00e4chlich geh\u00f6rt es zu ihren Aufgaben, das Handeln und Funktionieren unseres Staates kritisch zu begleiten und zu kommentieren. Sie sollen ein Gegengewicht zu den M\u00e4chtigen bilden. Diese sollen ihre Vorstellungen erkl\u00e4ren und ihr Handeln begr\u00fcnden m\u00fcssen. Soweit die Theorie. Die Praxis ist eine andere. Das Gros der hiesigen Journalisten &hellip; <a href=\"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=166\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kritisch? 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