{"id":299,"date":"2012-12-04T12:05:53","date_gmt":"2012-12-04T11:05:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=299"},"modified":"2012-12-04T12:05:53","modified_gmt":"2012-12-04T11:05:53","slug":"ruckkehr-zur-normalitat-in-der-bildungspolitik","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=299","title":{"rendered":"R\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t in der Bildungspolitik"},"content":{"rendered":"<p><em>Das Z\u00fcrcher Stimmvolk brachte am vergangenen Abstimmungssonntag in erster Linie zum Ausdruck, dass aus Regine Aepplis Funktion\u00e4rsschule wieder eine Volksschule werden soll, in der mehr gelehrt und gelernt und weniger experimentiert wird. Die SVP hat einen Auftrag gefasst. Sie muss die Volksschule wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckf\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p>Eine Gesamtschule nach deutschem Vorbild wird es im Kanton Z\u00fcrich auf absehbare Zeit nicht geben. Der erste Schritt in diese Richtung wurde vom Souver\u00e4n \u2013 entsprechend der Empfehlung der SVP \u2013 gestoppt. An die Stelle eines dem Kollektivismus fr\u00f6nenden Versuchs mit einer so genannten \u201eGrundstufe\u201c treten wieder klare Strukturen: Ein Kindergarten, unter dem sich die Menschen etwas vorstellen k\u00f6nnen und eine Schule. Der damit verbundene Stufen- und Kulturwechsel ist durchaus gewollt.<\/p>\n<p>Die alarmierenden Zeichen mehren sich: So beklagen sich Lehrmeister \u00fcber ungen\u00fcgende Sprachkenntnisse der Auszubildenden, und auch das Rechnen lasse zu w\u00fcnschen \u00fcbrig. Und erst k\u00fcrzlich zeigte sich auch der Rektor der ETH besorgt \u00fcber das sinkende Niveau der Mittelschulen. Er stellte dabei klar, dass die ETH ihren Ruf als Schule von Weltrang nur halten kann, wenn jedes Jahr \u201edie Besten\u201c nachr\u00fccken.<\/p>\n<p>Ein weiteres Zeichen f\u00fcr das Malaise in unserem Bildungswesen offenbart sich von ganz anderer Seite, von einer politisch vollkommen unverd\u00e4chtigen. Die Rede ist von den Schweizer Kinobetreibern, die soeben verk\u00fcndeten, dass es hierzulande schon bald nur noch Filme in synchronisierter Fassung zu sehen geben wird. Einmal mehr muss also die Intelligenz der Dummheit weichen. Unser Bildungswesen ist nicht in der Lage, trotz allem Geschw\u00e4tz von Fr\u00fchenglisch und Fr\u00fchfranz\u00f6sisch Sch\u00fcler hervorzubringen, die in der Lage sind, einem englischen oder franz\u00f6sischen Film zu folgen. Und noch schlimmer: Sie sind nicht einmal f\u00e4hig, in relativ kurzer Zeit eine Zeile auf Deutsch zu lesen. Daf\u00fcr wissen Sie, wie man ein Pr\u00e4servativ \u00fcberzieht, und dass Mutter keinen Weichsp\u00fcler verwenden sollte, weil das angeblich dem Klima schadet.<\/p>\n<p><strong>Sparsamkeit auch bei der Bildung m\u00f6glich<br \/>\n<\/strong><br \/>\nArtikel 122 der Kantonsverfassung k\u00f6nnte klarer nicht sein: \u201eKanton, Gemeinden und andere Organisationen des \u00f6ffentlichen Rechts f\u00fchren ihren Finanzhaushalt nach den Grunds\u00e4tzen der Gesetzm\u00e4ssigkeit, der Sparsamkeit und der Wirtschaftlichkeit.\u201c Das gilt f\u00fcr alle. Auch f\u00fcr Frau Aepplis Truppe. Doch dort lebt man nach der Devise: \u201eBildung ist unser wichtigster Rohstoff und muss uns daher etwas wert sein.\u201c So findet man nichts dabei, wenn ein Primarschulhaus in der Stadt Z\u00fcrich mittlerweile 100 Millionen Franken kostet. Laufend wird das Dienstleistungsangebot ausgebaut, und wer nur leise Bedenken anmeldet und an die Kosten erinnert wird zurechtgewiesen. Ob einem die Zukunft unserer Kinder etwa egal sei.<\/p>\n<p>Dabei sind die Anforderungen, die eine Schule zu erf\u00fcllen hat, eigentlich sehr simpel: Sie muss m\u00f6glichst gut und m\u00f6glichst g\u00fcnstig sein. Oder anders gesagt: F\u00fcr einen Franken Einsatz, soll m\u00f6glichst viel Bildung resultieren. Unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sollen sich mit den besten der Welt messen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Doch hier stossen wir bereits auf ein weiteres Problem unser Bildungswesen ist von einer zutiefst sozialistischen und etatistischen Gesinnung gepr\u00e4gt. Und nichts hassen Sozialisten und Etatisten mehr, als den Vergleich mit anderen L\u00f6sungen. Sie sind dermassen von der Richtigkeit ihrer eigenen Konzepte beseelt, dass sie um keinen Preis zulassen d\u00fcrfen, dass eine andere L\u00f6sung bessere Resultate liefert. Darum wollten sie die Grundstufe f\u00fcr alle, darum wollen Sie HarmoS, das die Gleichschaltung der Kantone bringen soll, darum wollen sie mehr Bundeskompetenzen. F\u00f6deralismus wird als \u201eKant\u00f6nligeist\u201c oder als \u201eG\u00e4rtli-Denken\u201c schlecht geredet. Dabei ist F\u00f6deralismus in erster Linie eine Geisteshaltung, das Eingest\u00e4ndnis, dass Andere auch recht haben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In einer k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten PISA-Studie schnitten die Z\u00fcrcher Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler von allen Deutschschweizer Kantonen am schlechtesten ab. Bildungsdirektorin Aeppli machte das nicht das Geringste aus. Kritik seitens der SVP begegnete sie mit der nicht \u00fcberpr\u00fcfbaren Behauptung, die Ergebnisse liessen sich gar nicht miteinander vergleichen. Wozu dann solche Tests?<\/p>\n<p><strong>Von anderen Lernen? Fehlanzeige!<\/strong><\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Fernsehsender \u201eFrance 2\u201c brachte vor einiger Zeit in der Reihe \u201eEnvoy\u00e9 Sp\u00e9cial\u201c <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Kn4HRDBSuTwhttp:\/\/\" target=\"_blank\">eine Sendung \u00fcber das Bildungssystem in S\u00fcd Korea<\/a>. In dem Land konnten vor 70 Jahren 7 von 10 Personen weder lesen noch schreiben. Heute besuchen 80% der Bev\u00f6lkerung eine Universit\u00e4t. Vor 30 war das Land arm. Heute belegt es Rang 13 auf der Liste der Wirtschaftm\u00e4chte. Irgendetwas m\u00fcssen sie richtig machen, und es besteht kein Zweifel, dass das Bildungssystem einen enormen Beitrag zu diesem Erfolg leistet.<\/p>\n<p>Der Film, ist <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Kn4HRDBSuTw\" target=\"_blank\">auf Youtube abrufbar<\/a>. Ich schickte den entsprechenden Link meinen Kolleginnen und Kollegen von der Bildungskommission und wollte das Thema traktandiert haben. Nicht weil ich mir das s\u00fcdkoreanische System f\u00fcr die Schweiz w\u00fcnsche, sondern, weil es eine lapidare Tatsache ist, dass am Ende die Schlechterqualifizierten bei den Besserqualifizierten putzen, und wir uns irgendwann entscheiden m\u00fcssen, in welche Kategorie wir geh\u00f6ren wollen. Ich blieb mit meinem Anliegen chancenlos. Die Kommissionsmehrheit ist nicht daran interessiert, auch nur schon dar\u00fcber zu reden, ob man etwas besser machen oder von anderen lernen k\u00f6nnte. Man Vertraut auf die Experten, und die wiederum vertrauen auf ein gesichertes Einkommen durch teure Versuche.<\/p>\n<p><strong>Vorbereitung auf das Erwerbsleben<\/strong><\/p>\n<p>Linke Kuschelp\u00e4dagogik hat dazu gef\u00fchrt, dass vergessen ging, dass die wichtigste Aufgabe der Schule ist, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler auf das Erwerbsleben vorzubereiten. Diesen Gedanken finden Linke Bildungsfunktion\u00e4re unertr\u00e4glich. Hier ist die SVP gefordert. Wir m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass an unseren Schulen wieder normale Verh\u00e4ltnisse herrschen, dass an ihnen in erster Linie Wissen vermittelt wird, das messbar ist.<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Z\u00fcrcher Stimmvolk brachte am vergangenen Abstimmungssonntag in erster Linie zum Ausdruck, dass aus Regine Aepplis Funktion\u00e4rsschule wieder eine Volksschule werden soll, in der mehr gelehrt und gelernt und weniger experimentiert wird. Die SVP hat einen Auftrag gefasst. Sie muss die Volksschule wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckf\u00fchren. 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