{"id":62,"date":"2009-08-31T19:11:47","date_gmt":"2009-08-31T17:11:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/?p=62"},"modified":"2009-10-08T16:03:36","modified_gmt":"2009-10-08T14:03:36","slug":"fakten-sind-fur-viele-eine-lastige-sache","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=62","title":{"rendered":"Fakten sind f\u00fcr viele eine l\u00e4stige Sache"},"content":{"rendered":"<p>Wer in s\u00e4mtlichen Meldungen \u00fcber Strafhandlungen die Nennung der T\u00e4terherkunft fordert, mag dies aus politischen Gr\u00fcnden tun. Ideologisch verblendet handelt hingegen, wer darauf aus Gr\u00fcnden der Political Correctness kategorisch verzichtet. Ein Medium w\u00fcrde seinem Auftrag in beiden F\u00e4llen nicht gerecht. Zu Recht w\u00fcrde man es der Irref\u00fchrung, ja der Manipulation seines Publikums bezichtigen. Wobei das Unterdr\u00fccken von Fakten klar schwerer wiegt. Denn Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert, wie schon der englische Schriftsteller und Kritiker Aldous Huxley feststellte. \u00dcber Fakten ist dort zu berichten, wo es Sinn macht.<\/p>\n<p>Niemand k\u00e4me auf die Idee, zu fragen, ob sich Straft\u00e4ter nach der Marke ihrer Autos kategorisieren lassen. Ebenso will niemand wissen, ob Linksh\u00e4nder in unseren Gef\u00e4ngnissen \u00fcberproportional vertreten sind. Auch der Haarfarbe von Delinquenten wird keinerlei Bedeutung beigemessen. Es muss also einen Grund geben, weshalb\u2013 insbesondere im Zusammenhang mit Gewaltdelikten \u2013 nach der Nationalit\u00e4t beziehungsweise nach der Herkunft von Straft\u00e4tern gefragt wird.<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung daf\u00fcr liegt auf der Hand: Wir haben ein Problem mit Zuwanderern aus dem Balkangebiet, der T\u00fcrkei und Afrika. Diese Personengruppen sind in unseren Gef\u00e4ngnissen \u00fcberproportional h\u00e4ufig anzutreffen und belasten unsere Sozialwerke wesentlich st\u00e4rker, als es ihrem Anteil an der Gesamtbev\u00f6lkerung entsprechen w\u00fcrde. Es l\u00e4sst sich nicht wegdiskutieren, dass es eine bestimmte Gruppe von Ausl\u00e4ndern ist, die uns Schwierigkeiten bereitet, w\u00e4hrend andere geradezu Muster gelungener Integration sind. Beides verdient Erw\u00e4hnung. Nur wer keinerlei Interesse daran hat, die offensichtlichen Probleme zu l\u00f6sen oder ihnen in der irrigen Annahme, dadurch benachteiligten Menschen zu helfen sogar Vorschub leistet, kann sich dagegen str\u00e4uben, einen Sachverhalt offen und unvoreingenommen zu diskutieren. Doch dazu sind Fakten unerl\u00e4sslich. Bloss losgel\u00f6st von Tatsachen \u00fcber die Ungerechtigkeit der Welt zu plaudern, mag seinen Reiz haben und das Herz eines jeden Gutmenschen h\u00f6her schlagen lassen, es tr\u00e4gt aber nicht das Geringste zur Probleml\u00f6sung bei. Gerade vermeintlich l\u00f6sungsorientierte Personen sollten das eigentlich wissen.<\/p>\n<p>Wer Entscheidungen zu treffen hat, sollte dies m\u00f6glichst aufgrund einer soliden Faktenlage tun. Kein Arzt w\u00fcrde eine Operation vornehmen, ohne vorher abgekl\u00e4rt zu haben, was dem Patienten genau fehlt. Und wenn die Nationalbank die Leitzinsen festlegt, erwarten wir alle, dass sie dies auf der Basis m\u00f6glichst gefestigter volkswirtschaftlicher Daten tut. Genau gleich verh\u00e4lt es sich, wenn Fragen \u00fcber Personenfreiz\u00fcgigkeit, Familiennachzug oder Einb\u00fcrgerungen anstehen. Wenn Fakten unterschlagen werden, k\u00f6nnen keine richtigen Entscheide gef\u00e4llt werden. Es sei denn aus Zufall, der sich selten als Gl\u00fccksfall herausstellt.<\/p>\n<p>In unserem Nachbarland Frankreich l\u00e4sst sich sehr genau verfolgen, wohin politische Korrektheit f\u00fchrt. In der Grande Nation ist es n\u00e4mlich verboten, Daten \u00fcber die Herkunft und Religion von Zuwanderern zu erfassen. Dies hat dazu gef\u00fchrt, dass keinerlei brauchbares statistisches Material \u00fcber die desolaten Zust\u00e4nde in den ber\u00fcchtigten Banlieues vorliegt. Solches w\u00e4re aber wichtig, um nur schon Ans\u00e4tze f\u00fcr L\u00f6sungen entwickeln zu k\u00f6nnen. Und nur wer das alln\u00e4chtliche Anz\u00fcnden von Autos als gelebtes Brauchtum oder Vorstufe zur sozialistischen Weltrevolution betrachtet, wird sich dem verschliessen.<\/p>\n<p>Es ist kindisch, wenn sich Medienschaffende spitzb\u00fcbisch freuen, dass einer kriminellen Bande auch Schweizer angeh\u00f6ren. Diesen Umstand zu kolportieren, bereitet offenbar weit weniger M\u00fche. Der Hinweis ist jedoch wertlos, denn relevant ist nicht die Nationalit\u00e4t, sondern die kulturelle Herkunft eines T\u00e4ters. Darum darf ein Hinweis auf einen allf\u00e4lligen \u00abMigrationshintergrund\u00bb nicht fehlen. Ansonsten dient es h\u00f6chstens der \u00abVersch\u00f6nerung der Statistik\u00bb. Hierzu liefert Mark Twain das passende Schlusswort: \u00abFakten sind eine l\u00e4stige Sache, Statistiken sind da schon gef\u00fcgiger.\u00bb<br \/>\n_____<\/p>\n<p style=\"margin-bottom: 6pt\" class=\"MsoNormal\">Erschienen in &#8222;Der Landbote&#8220; vom 31. August 2009<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/landbote-fakten.bmp\" title=\"landbote-fakten.bmp\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2009\/08\/landbote-fakten.bmp\" alt=\"landbote-fakten.bmp\" width=\"400\"\/><\/a><\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer in s\u00e4mtlichen Meldungen \u00fcber Strafhandlungen die Nennung der T\u00e4terherkunft fordert, mag dies aus politischen Gr\u00fcnden tun. Ideologisch verblendet handelt hingegen, wer darauf aus Gr\u00fcnden der Political Correctness kategorisch verzichtet. Ein Medium w\u00fcrde seinem Auftrag in beiden F\u00e4llen nicht gerecht. Zu Recht w\u00fcrde man es der Irref\u00fchrung, ja der Manipulation seines Publikums bezichtigen. 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