{"id":495003,"date":"2021-05-31T13:10:18","date_gmt":"2021-05-31T11:10:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?page_id=495003"},"modified":"2021-05-31T13:49:19","modified_gmt":"2021-05-31T11:49:19","slug":"so-kommen-schweizer-schueler-durch-die-pandemie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?page_id=495003","title":{"rendered":"So kommen Schweizer Sch\u00fcler durch die Pandemie"},"content":{"rendered":"<p>In der Schweiz scheint der Spruch, dass Bildung die h\u00f6chste Priorit\u00e4t haben m\u00fcsse, keine hohle Phrase zu sein. Stattdessen kam es in der Schweiz im zweiten Corona-Jahr 2021 nicht mehr zu Schulschliessungen. Nur zwischen M\u00e4rz und Mai 2020 waren die Schulen dicht. Damals regierte die Schweizer Bundesregierung unter dem gesetzlichen Deckmantel des Epidemie-Gesetzes. Mittlerweile ist die Pandemiebek\u00e4mpfung l\u00e4ngst wieder in der Hand der Kantone. In puncto Bildung gibt es seither ein beinahe einiges Bild: Masken in weiterf\u00fchrenden Schulen, hier und da sogar bereits in den vierten Klassen. Geschlossen wurden die Schulen jedoch nicht mehr \u2013 auch wenn das Infektionsgeschehen h\u00e4ufig hoch war.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-495004\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?resize=469%2C352&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"469\" height=\"352\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?resize=1024%2C768&amp;ssl=1 1024w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?resize=768%2C576&amp;ssl=1 768w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?w=1386&amp;ssl=1 1386w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild3.jpg?w=948&amp;ssl=1 948w\" sizes=\"auto, (max-width: 469px) 100vw, 469px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Abbildung 1: Geschlossen wurden die Klassenzimmer in der Schweiz lediglich f\u00fcr acht Wochen \u2013 im Corona-Jahr 2020. Forscher aus Z\u00fcrich konnten n\u00e4mlich aufzeigen: Hotspot sind Schulen nicht.<\/p>\n<h3>Forscher der Uni Z\u00fcrich nehmen Schulen in den Fokus<\/h3>\n<p>Milo Puhan berichtet im Gespr\u00e4ch mit der S\u00fcddeutschen Zeitung dar\u00fcber, dass im Zuge seiner Studie 2.500 <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/schulen-lockdown-frankreich-1.5244743\">Kinder aus dem Kanton Z\u00fcrich<\/a> im Fokus standen, die zweimal untersucht wurden: Im Sommer und im Herbst 2020 wurden die Kinder auf etwaige Antik\u00f6rper untersucht. Bis Juni konnte bei zwei Prozent der Sch\u00fcler Antik\u00f6rper nachgewiesen werden, bis zum November bei acht Prozent der Sch\u00fclerschaft. Das Fazit der Forscher lautete demnach: Das Virus ziehe sich durch die Schulen. Dadurch werden die Bildungseinrichtungen jedoch l\u00e4ngst nicht zum Hotspot. Als Mitglied der Covid-19-Taskforce riet der Wissenschaftler dazu, Schulen ge\u00f6ffnet zu halten, schliesslich solle das Grundrecht auf Bildung nicht verwehrt bleiben.<\/p>\n<h3>Ein Vorzeigemodell? Diese Massnahmen und Vorschriften gelten im Kanton Z\u00fcrich<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild4.jpg?ssl=1\"><img data-recalc-dims=\"1\" loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-495005\" src=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild4.jpg?resize=451%2C338&#038;ssl=1\" alt=\"\" width=\"451\" height=\"338\" srcset=\"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild4.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w, https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/Bild4.jpg?w=688&amp;ssl=1 688w\" sizes=\"auto, (max-width: 451px) 100vw, 451px\" \/><\/a><\/p>\n<table width=\"100%\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>Abbildung 2: Die Maskenpflicht gilt ab der 4. Primarklasse. Zudem gibt es ein Tauschverbot in den Klassen \u2013 was Essen, Trinken und Lernutensilien angeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dass die Schulen bisher nicht zum Hotspot wurden und auch k\u00fcnftig nicht werden, f\u00fchren die Verantwortlichen auf den Massnahmenkatalog der f\u00fcr Schulen, Kitas und Heime gilt. Nahezu \u00e4hnliche <a href=\"https:\/\/www.zh.ch\/de\/gesundheit\/coronavirus\/informationen-rund-um-schulen-kitas-heime.html\">Konzepte durchziehen das Land<\/a>. Im Kanton Z\u00fcrich jedoch \u2013 also dort, wo sich Forschungen der Universit\u00e4t zufolge das Corona-Virus nur marginal ausgeweitet hat \u2013 gelten beispielsweise diese Regelungen:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Allgemeines:<\/strong> Grunds\u00e4tzlich gilt zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie, dass jeder Sch\u00fcler f\u00fcr sich bleibt. Es gibt kein H\u00e4ndesch\u00fctteln und keine Umarmungen. Essen, Getr\u00e4nke und andere Gegenst\u00e4nde werden nicht geteilt. F\u00fcr Eltern bedeutete das mitunter auch, dass hier und da an Material aufgestockt werden musste. Geordert wurde demnach h\u00e4ufiger ein eigener <a href=\"https:\/\/schulkids.ch\/schulthek-ausstattung\/zubehoer\/taschenrechner.html\">Taschenrechner f\u00fcr das Kind<\/a>, ein eigenes Mal- und Bastelset sowie Zn\u00fcni-Boxen und Flaschen, die den Namen des Kindes tragen, um ja nicht verwechselt werden zu k\u00f6nnen. Die Maskenpflicht herrscht in Schulen im Kanton Z\u00fcrich ab der 4. Primarklasse.<\/li>\n<li><strong>Luftreinigung:<\/strong> Grossen Wert legen die Verantwortlichen auf eine ordentliche Luftreinigung. Das bedeutet, dass regelm\u00e4ssig und vor allem lange gel\u00fcftet wird. Vor der ersten Lektion wird gel\u00fcftet, w\u00e4hrend jeder Lektion wird gel\u00fcftet und auch in den Pausen sind die Fenster komplett zu \u00f6ffnen. Gekippte Fenster, aber auch der Durchzug sind nicht erw\u00fcnscht. Zudem k\u00f6nnen bei Bedarf CO<sub>2<\/sub>-Messger\u00e4te aufgestellt werden, die regelm\u00e4ssig den Luftzustand \u00fcberpr\u00fcfen.<\/li>\n<li><strong>Essen und Trinken:<\/strong> Gibt es eine gemeinschaftliche Verpflegung in der Einrichtung, sollte diese zeitlich m\u00f6glichst gestaffelt erfolgen, um den Massenandrang zu vermeiden. Idealerweise wird die Selbstbedienung, die einst Usus war, auf ein Minimum beschr\u00e4nkt \u2013 das reduziert Kontakte. Wird das Essen ausgegeben, gelten Abstandsregeln, braucht es Acrylglasscheiben an den Ausgaben und es herrscht Maskenpflicht. Gegessen wird nur am Platz.<\/li>\n<li><strong>Sport und Musik:<\/strong> M\u00f6glichst kontaktlos sollte der Sportunterricht im Kanton Z\u00fcrich von Statten gehen. Zudem gilt auch hier ab der 4. Primarklasse eine Maskenpflicht. F\u00fcr den Musikunterricht gilt, dass auf das Singen und das Spielen mit Blasinstrumenten in der Gruppe besser verzichtet wird.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Corona und die Folgen f\u00fcr das Land? Nicht absch\u00e4tzbar!<\/h3>\n<p>Die Folgen f\u00fcr die von vielen L\u00e4ndern gelobte Schweizer Bildungspolitik k\u00f6nnten vergleichsweise marginal sein, denn in der Schweiz hatten Schulkinder \u2013 ebenso \u00fcbrigens wie in Frankreich \u2013 noch vergleichsweise wenige Einschr\u00e4nkungen, was die Bildung anging. Das Homeschooling beschr\u00e4nkte sich auf wenige Woche im Jahr 2020. Seitdem d\u00fcrfen Sch\u00fcler und Sch\u00fclerinnen wieder in den jeweiligen Bildungseinrichtungen lernen. Der Vorteil wird an dieser Stelle nicht nur schulischer Natur sein, denn wenigstens die Schule ist den Heranwachsenden als Ort des Austausches geblieben \u2013 wenn auch ausserhalb der Bildungseinrichtungen Einschr\u00e4nkungen in Kauf genommen werden mussten.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen die Krise auf zwischenmenschliche Beziehungen dar\u00fcber hinaus hat, bleibt abzuwarten. Was jedoch zu vermuten ist, ist dass die Regierenden im Lande einen recht klaren Eindruck davon erhalten haben, was sie in der Bev\u00f6lkerung umzusetzen verm\u00f6gen. Und das wiederum k\u00f6nnte <a href=\"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=494953\">anderen Themen den Weg bahnen<\/a>, die vielen politischen Gruppierungen buchst\u00e4blich unter den N\u00e4geln brennen. Da Kontakte in der Krise beinahe schon als gef\u00e4hrlich und als K\u00f6rperverletzung eingestuft wurden, reduziert(e) das den Austausch \u2013 \u00fcber Zwischenmenschliches, \u00fcber Wirtschaftsthemen, aber auch \u00fcber Politisches. Was hingegen immer gr\u00f6sser zu werden scheint, ist die (gef\u00e4hrliche) Annahme, dass Geld keine Rolle mehr spiele \u2013 mit Blick auf Hilfsprogramme, die initiiert wurden, um die Folgen der Corona-Pandemie abzufedern. Bleibt abzuwarten, ob auch f\u00fcr andere Themen Geld zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung 1: pixabay.com \u00a9 <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/alexandra_koch-621802\/\">Alexandra_Koch<\/a> (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/zero\/1.0\/deed.de\">CC0 Public Domain<\/a>)<\/p>\n<p>Abbildung 2: pixabay.com \u00a9 <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/users\/amrthele-12243386\/\">AmrThele<\/a> (<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/publicdomain\/zero\/1.0\/deed.de\">CC0 Public Domain<\/a>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Schweiz scheint der Spruch, dass Bildung die h\u00f6chste Priorit\u00e4t haben m\u00fcsse, keine hohle Phrase zu sein. 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