{"id":104,"date":"2009-10-18T15:56:39","date_gmt":"2009-10-18T13:56:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/?p=104"},"modified":"2009-10-26T16:58:42","modified_gmt":"2009-10-26T14:58:42","slug":"unertragliche-sonntagspresse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=104","title":{"rendered":"Unertr\u00e4gliche Sonntagspresse"},"content":{"rendered":"<p><em>Heute hat sich meine Ansicht wieder einmal best\u00e4tigt, dass es nur eine Sonntagszeitung gibt, die es verdient, gelesen zu werden: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Was einem unsere Schweizer Verlagsh\u00e4user am Tag des Herrn servieren, ist weitgehend unertr\u00e4glich oder beleidigt die Intelligenz.<\/em><\/p>\n<p>Da schreibt beispielsweise Lukas H\u00e4uptli in der NZZaS: \u201eWhistleblowerin arbeitet jetzt bei Blocher\u201c. Auch im Hause NZZ hat sich also durchgesetzt, dass als Ausdruck der Geringsch\u00e4tzigkeit der Vorname dieses verdienten Unternehmers und Politikers weggelassen wird. Es geht in dem Artikel um Frau Margrit Zopfi, eine der beiden tapferen Frauen, die die \u201eWeltwoche\u201c \u00fcber unglaublichen Missst\u00e4nde informierten, nachdem sie mit ihrer Kritik verwaltungsintern nicht durchzudringen vermochten.<\/p>\n<p>Im Alter von fast 60 Jahren suchte Frau Zopfi anderthalb Jahre erfolglos nach einem Job. Wer in dieser Stadt von der vereinigten Linken zur Unperson stigmatisiert wird, hat es schwer. Da hilft auch ein Freispruch vor Bezirksgericht wenig. Doch nichts lag Lukas H\u00e4uptli ferner, als \u00fcber diesen Umstand zu schreiben. F\u00fcr den Schreiberling ist etwas erst dann ein Thema, wenn sich ein Bezug zu Christoph Blocher herstellen l\u00e4sst, der der diplomierten Direktionssekret\u00e4rin, PR-Fachfrau und \u00dcbersetzerin eine Stelle angeboten hat.<\/p>\n<p>Doch was fragt einer, der \u00fcber mehrere linke Bl\u00e4tter und den Tages-Anzeiger zur NZZ am Sonntag gelangt ist? \u201eMacht Ihnen die Gefahr, dass sie wegen ihrer Arbeit in eine politische Ecke gedr\u00e4ngt werden, zu schaffen?\u201c Diese Frage ist nicht nur niedertr\u00e4chtig. Sie bringt auch zum Ausdruck, dass es Lukas H\u00e4uptli in seiner Verblendung besser f\u00e4nde, die Frau w\u00fcrde beim Sozialamt zu Kreuze kriechen. Und nur nebenbei: F\u00fcr welche Position, die Christoph Blocher vertritt, m\u00fcsste man sich sch\u00e4men?<\/p>\n<p>Die NZZ ist in dieser Geschichte \u00fcbriges keineswegs neutral. Konsequent hat sie die Kritik am Sozialdepartement und an deren Vorsteherin Monika Stocker als unstatthafte und \u201euns\u00e4gliche\u201c Kampagne der SVP gebrandmarkt. Und als das Z\u00fcrcher Bezirksgericht die beiden Frauen freisprach, wurde in der NZZ explizit darauf hin, gewiesen dass die Richterin Mitglied der SVP ist. Ein ungeheuerlicher Bruch der Regeln journalistischer Ethik und Gepflogenheiten, der nat\u00fcrlich darauf abzielte die fachliche Kompetenz der Frau in Zweifel zu ziehen.<\/p>\n<p><strong>Aus Ideenmangel gegen Christoph Blocher <\/strong><\/p>\n<p>Doch auch bei der SonntagsZeitung suhlt man sich lieber im Dreck, anstatt die Leserinnen und Leser mit intelligenten Hintergrundberichten und Analysen zu versorgen. Heute beweist Andreas Windlinger, dass sich auch der unf\u00e4higste Schreiberling, wenn ihm nicht Gescheites einf\u00e4llt, wenigstens an Christoph Blocher die Schuhe abputzen kann. Als Vehikel dient Bundesrat Ueli Maurer, bei dem es angeblich \u2013 ach, wie lustig! \u2013 \u201eblochern\u201c soll. Unter \u201eblochern\u201c versteht Andreas Windlinger die gezielte Verbreitung von Indiskretionen, wie sie unter Bundesrat Christoph Blocher angeblich praktisch an der Tagesordnung gewesen sein sollen. Beweise f\u00fcr diese \u2013 strafrechtlich relevante &#8211; Anschuldigung bleibt der so genannte Journalist freilich schuldig. Und der Leser erf\u00e4hrt auch nicht, dass w\u00e4hrend der Zeit, in der Christoph Blocher Bundesrat war, ein einziges Mal Konsequenzen gezogen wurden. Der Medienfritze von Pascal Couchepin musste als Bauernopfer \u00fcber die Klinge springen. Dies, nachdem publik geworden ist, dass man (lies: Pascal Couchpin) Christoph Blocher durch eine gezielte Indiskretion schaden wollte.<\/p>\n<p>Dass Andreas Windlinger eine politische Agenda verfolgt, ist auch daran ersichtlich, dass er \u00fcber wirklich relevante Indiskretionen schweigt, wenn sie aus dem Sozilager stammen. So erfuhr der Leser der Sonntagszeitung beispielsweise nie, dass es Micheline Calmy-Reys Mann f\u00fcrs Grobe, Lars Knuchel, war, der die Medien darauf hinwies, dass das EDA den Vertrag, den Hans-Rudolf Merz in Libyen unterzeichnet hatte, nicht kannte. Dabei handelte es sich in diesem Fall nicht nur um eine Indiskretion, sondern um eine flagrante Verletzung des Kollegialit\u00e4tsprinzips. Doch dar\u00fcber schweigen Journalisten wie Andreas Windlinger. Sie haben eine andere Zielgruppe.<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute hat sich meine Ansicht wieder einmal best\u00e4tigt, dass es nur eine Sonntagszeitung gibt, die es verdient, gelesen zu werden: Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Was einem unsere Schweizer Verlagsh\u00e4user am Tag des Herrn servieren, ist weitgehend unertr\u00e4glich oder beleidigt die Intelligenz. Da schreibt beispielsweise Lukas H\u00e4uptli in der NZZaS: \u201eWhistleblowerin arbeitet jetzt bei Blocher\u201c. 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