{"id":1399,"date":"2017-08-01T15:28:30","date_gmt":"2017-08-01T13:28:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=1399"},"modified":"2017-08-08T12:01:33","modified_gmt":"2017-08-08T10:01:33","slug":"meine-ansprache-zur-bundesfeier-vom-31-juli-2017-in-bonstetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=1399","title":{"rendered":"Meine Ansprache zur Bundesfeier vom 31. Juli 2017 in Bonstetten"},"content":{"rendered":"<p>Herr Gemeindepr\u00e4sident,<br \/>\nliebe Bonstetterinnen und Bonstetter,<br \/>\ngesch\u00e4tzte G\u00e4ste<\/p>\n<p>Wir feiern hier heute Abend den Geburtstag unserer Schweiz.<\/p>\n<p>Doch: Wie jedes Jahr werden unser geistigen Eliten und ihre Lautsprecher in den Medien nicht m\u00fcde, uns daran zu erinnern, dass es den R\u00fctlischwur und Wilhelm Tell es nie gegeben habe. Das seien reine Erfindungen. Fake-News, lange vor Twitter und Facebook.<!--more--><\/p>\n<p>Auch an unserer Nationalhymne wird hantiert. Und es wird kritisiert, sogar das Datum sei falsch, die Schweiz als Bundesstaat bestehe erst sein 1848. Das stimmt nat\u00fcrlich. Doch erstens ist es bei Staaten nicht wie bei den Frauen, wo das Alter eher nach unten korrigiert wird, und 726 Jahre sind f\u00fcr einen Staat einfach cooler zu feiern als 169 Jahre.<\/p>\n<p>Dass Sie heute Abend hier sind, zeigt, dass Sie sehr wohl zu unterscheiden wissen zwischen belanglosen Nebens\u00e4chlichkeiten und dem, worauf es ankommt. Sie wissen n\u00e4mlich genau, dass es vollkommen unwichtig ist, ob Wilhelm Tell wirklich gelebt hat. Wichtig ist nur, dass er Gessler erschossen hat und warum.<\/p>\n<p>Ausserdem sagt es sehr viel aus \u00fcber eine Gesellschaft, wenn sie sich ausgerechnet einen sagenumwobenen Anlass wie den R\u00fctlischwur und damit das Streben nach Unabh\u00e4ngigkeit und Freiheit zum nationalen Mythos erw\u00e4hlt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen aber vor allem f\u00fcr die ausgezeichnete Gelegenheit, sich wieder einmal grunds\u00e4tzliche Gedanken \u00fcber unser Land zu machen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte heute Abend den Anlass nutzen, um noch tiefer zu gehen und ganz allgemein fragen:<\/p>\n<p>Warum haben wir \u00fcberhaupt einen Staat? Die Menschen haben sich wohl kaum zusammengeschlossen, damit sie eine Adresse haben, wohin sie ihre Steuern und Bussen schicken k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einen Hinweis gibt uns der Bundesbrief: Die alten Eidgenossen schlossen sich jedenfalls zusammen, um die Anliegen der Einzelnen besser vertreten zu k\u00f6nnen. Indem man sich im Falle drohender Gefahr gegenseitige Hilfe zusicherte, erh\u00f6hte man die Sicherheit des Einzelnen. Der Einzelne hatte also einen handfesten Vorteil von diesem B\u00fcndnis, das da zu n\u00e4chtlicher Stunde auf dem R\u00fctli beschworen wurde.<\/p>\n<p>Dieser Gedanke durchzieht unsere Geschichte wie ein roter Faden. Das Konzept von \u201eEinheit in der Vielfalt\u201c und \u201eVielfalt in der Einheit\u201c ist Grundlage unseres f\u00f6deralistischen Staatsaufbaus und damit unseres Staates.<\/p>\n<p>Genau dar\u00fcber liess Gottfried Keller auch Karl Hediger, den Sohn der Schneidermeister Hediger, in der Novelle vom F\u00e4hnlein der sieben Aufrechten referieren, und genau das ist die Basis unserer Bundesverfassung. Auch wenn diese sei 1848 immer wieder revidiert wurde, so blieb dieses Grundprinzip bestehen. Auch im Bundeshaus prangt in der Bundeshauskuppel der Spruch \u201eEiner f\u00fcr alle, alle f\u00fcr einen\u201c. Damit es alle verstehen, steht es nat\u00fcrlich auf lateinisch: Unus pro omnibus, omnes pro uno.<\/p>\n<p>Und tats\u00e4chlich: Im so genannten \u201eZweckartikel\u201c unserer Bundesverfassung wird ausgef\u00fchrt: \u201edie Schweizerische Eidgenossenschaft sch\u00fctzt die Freiheit und die Rechte des Volkes und wahrt die Unabh\u00e4ngigkeit und die Sicherheit des Landes. Sie f\u00f6rdert die gemeinsame Wohlfahrt, die nachhaltige Entwicklung, den inneren Zusammenhalt und die kulturelle Vielfalt des Landes.\u201c<\/p>\n<p>Sehen Sie? Da haben wir es wieder: Einheit in der Vielfalt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Niemand hat die Wahrheit f\u00fcr sich gepachtet. Und darum geht es an einer Bundesfeier wie heute hier in Bonstetten nat\u00fcrlich nicht darum, dass man bei irgendeinem Redner Instruktionen abholt. Man will bestenfalls einige Anregungen, mit denen jeder machen kann was er will. Und dann wartet die Bratwurst. Das ist schweizerisch.<\/p>\n<p>Bei aller Vielfalt. Uns verbindet die Liebe zur Schweiz. Wir feiern, weil wir uns alle einer bestimmten Staatsidee verbunden f\u00fchlen. Nicht einer Ideologie! Jeder zeigt das auf seine Weise. Bei manchen erkennt man es vielleicht etwas besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Eine Demokratie lebt vom Wettstreit der Ideen und Meinungen. Und damit komme ich auf etwas, was mir grosse Sorge bereitet:<\/p>\n<p>Unsere politische Kultur der direkten Demokratie droht, nachhaltig Schaden zu nehmen. Ja wir m\u00fcssen manchmal sogar feststellen, dass nicht einmal mehr klar ist, was eigentlich der Grundgedanke der Demokratie ist. Dieser besteht n\u00e4mlich nicht darin, solange abzustimmen, bis man das gew\u00fcnschte Resultat hat, obwohl es in unserer Geschichte Beispiele daf\u00fcr gibt, dass es f\u00fcr gewisse Dinge mehrere Anl\u00e4ufe brauchte.<\/p>\n<p>In der Demokratie geht es aber um etwas anderes: N\u00e4mlich darum einen Entscheid m\u00f6glichst breit abzust\u00fctzen. M\u00f6glichst viele Menschen sollen sich darin wiedererkennen. Die Minderheit hat sich der Mehrheit zu f\u00fcgen, und je entwickelter die politische Kultur, desto weniger Probleme werden entstehen. Das ist es was die Demokratie ausmacht. Und in einer lebendigen Demokratie wechseln die Mehrheiten und man nimmt R\u00fccksicht auf die Minderheit. Es entscheidet aber die Mehrheit.<\/p>\n<p>Doch leider wurden die Abstimmungsk\u00e4mpfe in den letzten Jahren immer mehr zu w\u00fcsten Schlachten von zwei Lagern, die sich unvers\u00f6hnlich gegen\u00fcberstehen. Pl\u00f6tzlich wird das Trennende st\u00e4rker als das Einigende \u2013 dabei sollte es umgekehrt sein.<\/p>\n<p>Eine funktionierende und starke Demokratie ertr\u00e4gt auch harte Auseinandersetzungen in der Sache. Hin und wieder darf es sogar polemisch werden. Niemals jedoch d\u00fcrfen wir unserem Gegen\u00fcber die Liebe zu unserer gemeinsamen Heimat absprechen. Ich sage das durchaus selbstkritisch und nehme auch meine eigene Partei von dieser Kritik nicht aus.<\/p>\n<p>Bei aller Vielfalt, sollte doch unsere Liebe zur Schweiz das einigende Band sein.<\/p>\n<ul>\n<li>Es sollte nicht sein, dass sich Bundesr\u00e4te von bestimmten Medien feiern lassen, w\u00e4hrend sie anderen Medien, die kritische Fragen stellen, das Gespr\u00e4ch glattweg verweigern.<\/li>\n<li>Es sollte nicht sein, dass an unseren Universit\u00e4ten unliebsame Referenten niedergeschrien und an Auftritten gehindert werden. Wer von der Universit\u00e4t Z\u00fcrich eingeladen ist, ist Gast unseres Kantons, und eine Universit\u00e4t muss ein Ort der freien Rede sein.<\/li>\n<li>Es sollte nicht sein, dass gewisse Meinungen a priori als moralisch richtig gelten, und demzufolge ein Unmensch sein muss, wer eine andere Meinung vertritt. Nehmen wir das Beispiel \u201eEhe f\u00fcr alle\u201c. Pers\u00f6nlich habe ich dazu ein unverkrampftes Verh\u00e4ltnis, und ich kann verstehen, dass jemand ein Recht einfordert. Doch geschieht das mittlerweile mit einer Brutalit\u00e4t, dass sich viele Menschen gar nicht mehr getrauen, eine abweichende Meinung zu \u00e4ussern. Was diesbez\u00fcglich in den sozialen Medien abgeht, ist teilweise erschreckend.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unsere freiheitliche Rechtsordnung erlaubt es nicht nur, eine Meinung zu haben. Sie erlaubt es ausdr\u00fccklich, diese auch zu \u00e4ussern. Und genau von der gleichen Verfassung ist auch die gegenteilige Meinung gesch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Wenn Freiheit nicht mit Rechtsgleichheit einhergeht, sind Konflikte unausweichlich, denn dann \u00f6ffnet sich das Tor zur Tyrannei \u2013 m\u00f6gen die verk\u00fcndeten Absichten noch so edel sein.<\/p>\n<p>Die Freiheit eines jeden Menschen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt. Was so lapidar t\u00f6nt, ist in einer Rechtsgemeinschaft von entscheidender Bedeutung.<\/p>\n<p>Dass sich Menschen zu einem Gemeinwesen zusammenschliessen, hat zum Zweck, dem Individuum einen m\u00f6glichst grossen Freiraum zu garantieren. Und damit m\u00f6glichst jedes Mitglied der Gemeinschaft in den Genuss dieses Rechts auf Selbstentfaltung kommt und nach seinem Gl\u00fcck streben kann, ist Freiheit gerecht zu verteilen. Aus diesem Grund ist die Rechtsgleichheit in einem Rechtsstaat zentral. Der Staat \u2013 Richter, Regierung und Verwaltung, aber auch der Gesetzgeber \u2013 hat alle, die dem Recht unterworfen sind, gleich zu behandeln.<\/p>\n<p>Jeder hat das Recht, seine Meinung offen kund zu tun. Und niemand ist verpflichtet, gut zu finden, was ich gut finde. Aber: Mein Recht ist nicht weniger wert. Und ich bin jederzeit bereit, mein Recht zu verteidigen und durchzusetzen.<\/p>\n<p>Genau das Gleiche gilt auch f\u00fcr den Umgang mit anderen Religionen, etwa mit dem Islam. Jeder darf hierzulande glauben und anbeten, wen und was er will. Wenn er allerdings anf\u00e4ngt, aus seinen eigenen Wertvorstellungen Gebote, und vor allem Verbote, f\u00fcr mich abzuleiten, ist Schluss mit lustig. Denn damit wurde eine Grenze \u00fcbertreten, die nicht verhandelbar ist.<\/p>\n<p>Das m\u00fcssen wir st\u00e4ndig im Bewusstsein halten, wenn jemand versucht, mit den Mitteln der politischen Korrektheit \u00fcber unsere Sprache unser Denken zu ver\u00e4ndern. Wenn zum Beispiel lautstark \u201eToleranz\u201c eingefordert wird, dabei aber zu Mitteln gegriffen wird, die von gr\u00f6sster Intoleranz zeugen.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Die Schweiz hat quasi im Feldversuch den Nachweis erbracht, dass ein System, das viele Systeme, Ideen, Traditionen und Vorstellungen in sich vereinigt, durchaus funktionieren kann. Dieses System nennt sich F\u00f6deralismus.<\/p>\n<p>F\u00f6deralismus ist gelebte Toleranz. Seine Bedeutung geht aber noch wesentlich tiefer. F\u00f6deralismus ist in erster Linie Ausdruck einer bestimmten Geisteshaltung. Einer Geisteshaltung der Bescheidenheit und der Zur\u00fcckhaltung. Einer Geisteshaltung, die davon ausgeht, dass es in vielen Fragen wohl keine absolute Wahrheit gibt und darum dem anderen zugesteht, dass er ebenfalls Recht haben k\u00f6nnte. Oder zumindest, dass er das Recht hat, Dinge so zu regeln, wie es ihn gut und richtig d\u00fcnkt.<\/p>\n<p>Immer wieder wird der F\u00f6deralismus abwertend \u201eKant\u00f6nligeist\u201c oder \u201eG\u00e4rtlidenken\u201c bezeichnet. Doch, Hand aufs Herz! Wann ist eine Strasse sch\u00f6ner, als wenn sich jeder Anrainer darum bem\u00fcht, den sch\u00f6nsten Garten zu haben?<\/p>\n<p>Dieser Wettbewerb ist eine logische Folge des F\u00f6deralismus und tr\u00e4gt entscheidend zu einer Steigerung von Innovations- und Wirtschaftskraft bei. Schliesslich will jeder besser sein als die anderen. F\u00f6deralismus f\u00f6rdert die Sparsamkeit, die Gestaltungskraft, das Verantwortungsbewusstsein und den Ideenreichtum.<\/p>\n<p>Wer \u00fcberzeugt ist, dass sich mit Politik etwas bewirken l\u00e4sst, dass es f\u00fcr Probleme sowohl gute wie auch schlechte L\u00f6sungen gibt, und dass es sozial gerecht ist, wenn die Guten belohnt und die Schlechten bestraft werden, der muss den Zentralismus ablehnen.<\/p>\n<p>So erweist sich beispielsweise ein dezentralisiertes Steuerwesen als Segen f\u00fcr die Steuerzahler. Wenn wir in der Schweiz die Entwicklung der Staatsaugaben oder der Verschuldung zwischen Gemeinden, Kantonen und dem Bund betrachten, dann zeigt sich eindeutig, dass Gemeinden mit dem Geld der B\u00fcrger wesentlich haush\u00e4lterischer umgehen als die Kantone und erst recht der Bund. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind einerseits der Konkurrenzkampf zwischen den Gemeinden, der auch ein Steuerwettbewerb ist, ja sein muss, und die st\u00e4rkere direktdemokratische Kontrolle. Vom F\u00f6deralismus im Steuerwesen profitieren die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger am meisten.<\/p>\n<p>Es ist also von enormer Bedeutung, dass sich die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit dem Staat identifizieren. Auch hierzu leistet der F\u00f6deralismus einen entscheidenden Beitrag. Er garantiert die gr\u00f6sstm\u00f6gliche Zufriedenheit der Menschen in einer Region. Und, sollten sie nicht zufrieden sein, so haben sie die M\u00f6glichkeit, in ihren \u00fcberblickbaren Verh\u00e4ltnissen eine Ver\u00e4nderung herbeizuf\u00fchren. Sehen sie sich dieser M\u00f6glichkeit beraubt, f\u00fchrt das zu Frustration, Entfremdung und schliesslich zur St\u00e4rkung zentrifugaler, sezessionistischer Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>In der Pr\u00e4ambel zu unserer Bundesverfassung steht der sch\u00f6ne Passus, dass frei nur ist, wer seine Freiheit gebraucht. Ich wende mich in diesem Zusammenhang besonders an die Jugendlich: Engagiert Euch f\u00fcr unseren Staat, in welcher Form auch immer. Und macht von Euren Rechten Gebrauch. Was in der Politik geschieht, betrifft Euch n\u00e4mlich sehr direkt. Es gibt kaum einen Lebensbereich, der dem Einfluss der Politik entzogen ist. Es ist Aufgabe und Verantwortung, von uns allen, dieses Land nach unseren Vorstellungen und Bed\u00fcrfnissen zu gestalten. Wir alle sind dazu aufgerufen. Und schliesslich leben wir im einzigen Land auf der Welt, in dem sich der B\u00fcrger direkt einbringen kann.<\/p>\n<p>Auch die Ausl\u00e4nder fordere ich auf, sich in unserem Gemeinwesen zu engagieren. Nehmen Sie in Vereinen, in der Feuerwehr oder in anderer Form am \u00f6ffentlichen Leben teil. Das ist Integration. Das macht die Schweiz aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Ich habe am Anfang unseren Nationaldichter Gottfried Keller erw\u00e4hnt, der sich intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat. Und er hat das nat\u00fcrlich viel sch\u00f6ner getan, als ich das je k\u00f6nnte. Lassen Sie mich darum eine Passage aus der Rede von Karl Hediger aus dem \u201eF\u00e4hnlein der sieben Aufrechten\u201c zitieren:<\/p>\n<p><em>\u201eEi! was wimmelt da f\u00fcr verschiedenes Volk im engen Raume, mannigfaltig in seiner Hantierung, in Sitten und Gebr\u00e4uchen, in Tracht und Aussprache! Welche Schlauk\u00f6pfe und welche Mondk\u00e4lber laufen da nicht herum, welches Edelgew\u00e4chs und welch Unkraut bl\u00fcht da lustig durcheinander, und alles ist gut und herrlich und ans Herz gewachsen; denn es ist im Vaterlande!<\/em><\/p>\n<p><em>So werden sie nun zu Philosophen, den Wert der irdischen Dinge betrachtend und erw\u00e4gend; aber sie k\u00f6nnen \u00fcber die wunderbare Tatsache des Vaterlandes nicht hinauskommen. Zwar sind sie in ihrer Jugend auch gereist und haben vieler Herren L\u00e4nder gesehen, nicht voll Hochmut, sondern jedes Land ehrend, in dem sie rechte Leute fanden; doch ihr Wahlspruch blieb immer Achte jedes Mannes Vaterland, aber das deinige liebe!<\/em><\/p>\n<p><em>Wie zierlich und reich ist es aber auch gebaut! Je n\u00e4her man es ansieht, desto reicher ist es gewoben und geflochten, sch\u00f6n und dauerhaft, eine preisw\u00fcrdige Handarbeit! Wie kurzweilig ist es, dass es nicht einen eint\u00f6nigen Schlag Schweizer, sondern dass es Z\u00fcrcher und Berner, Unterwaldner und Neuenburger, Graub\u00fcndner und Basler gibt, und sogar zweierlei Basler! Dass es eine Appenzeller Geschichte gibt und eine Genfer Geschichte! Diese Mannigfaltigkeit in der Einheit, welche Gott uns erhalten m\u00f6ge, ist die rechte Schule der Freundschaft, und erst da, wo die politische Zusammengeh\u00f6rigkeit zur pers\u00f6nlichen Freundschaft eines ganzen Volkes wird, da ist das H\u00f6chste gewonnen! Denn was der B\u00fcrgersinn nicht ausrichten sollte, das wird die Freundesliebe verm\u00f6gen, und beide werden zu einer Tugend werden!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich uns allen eine sch\u00f6ne Bundesfeier und der Eidgenossenschaft Generationen gelebter Demokratie.<\/p>\n<p>Herzlichen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<p>Claudio Zanetti<\/p>\n<p>_____________<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.affolteranzeiger.ch\/aktuell\/bezirk-affoltern\/artikelseite-bezirk-affoltern\/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=88051&amp;cHash=9b3b303373dc342038b6121175d92348\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Berichterstattung im Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern<\/a><\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herr Gemeindepr\u00e4sident, liebe Bonstetterinnen und Bonstetter, gesch\u00e4tzte G\u00e4ste Wir feiern hier heute Abend den Geburtstag unserer Schweiz. 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