{"id":148,"date":"2010-02-12T16:21:27","date_gmt":"2010-02-12T15:21:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/?p=148"},"modified":"2010-02-15T16:59:31","modified_gmt":"2010-02-15T15:59:31","slug":"die-nzz-getrost-abbestellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=148","title":{"rendered":"Die NZZ getrost abbestellen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das d\u00fcrfte in der 231-j\u00e4hrigen Geschichte der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung noch nicht oft vorgekommen sein. Vor einigen Tagen wurde sie von der Bundespr\u00e4sidentin f\u00fcr ihre \u201eBerichterstattung\u201c in den Senkel gestellt. Nicht nur das: Im Rahmen einer allgemeinen Schelte der Medienarbeit zur deutschen Datenhehlerei wurde sie als schlechtes Beispiel sogar speziell erw\u00e4hnt. Die \u201ealte Tante\u201c ist wieder einmal ihrem pathologischen Anti-SVP-Reflex gefolgt.<\/strong><\/p>\n<p>Unter Berufung auf \u201emehrere verwaltungsinterne Quellen\u201c stellte Inlandchef Ren\u00e9 Zeller in der Ausgabe vom 5. Februar 2010 die Behauptung auf, Verteidigungsminister Ueli Maurer sei im Streit mit Deutschland \u00fcber die Verwendung gestohlener Bankdaten bereit, Terrain preiszugeben. W\u00f6rtlich heisst es: \u201eIn der Bundesratssitzung half der SVP-Bundesrat n\u00e4mlich aktiv mit, die Frage des automatischen Informationsaustausches ins Spiel zu bringen.\u201c<\/p>\n<p>Mittlerweile ist klar: Was die NZZ da geschrieben hat, ist Quatsch. Vermutlich eine Rufmordkampagne aus dem Departement Merz. Im Anschluss an die letzten Von-Wattenwyl-Gespr\u00e4che sah sich Bundespr\u00e4sidentin Leuthard gezwungen, die Medien gesamthaft \u2013 und die NZZ im Speziellen \u2013 f\u00fcr die lausige Berichterstattung zu r\u00fcgen. Und SVP-Generalseret\u00e4r Martin Baltisser stellte klar, dass keine inhaltlichen Differenzen zu Bundesrat Ueli Maurer bestehen.<\/p>\n<p><strong>Nicht WoZ und nicht Gl\u00fcckspost \u2013 die NZZ<\/strong><\/p>\n<p>Nun ist es das Normalste auf der Welt, dass in einer aus verschiedenen Parteien zusammengesetzten Regierung Fragen kontrovers diskutiert werden. Genau das unterscheidet eine Demokratie von einer Diktatur. In einer Zeit allerdings, in der sich das Land feindseligen Angriffen ausgesetzt sieht, und die Geschlossenheit der Landesregierung darum von gr\u00f6sster Wichtigkeit w\u00e4re, ist es im h\u00f6chsten Masse verwerflich und unverantwortlich, \u00d6l ins Feuer zu giessen. Und es war nicht die \u201eRote Anneliese\u201c oder die WoZ, nicht der Blick oder die \u201eGl\u00fcckspost\u201c, die genau das getan hat. Es war die Neue Z\u00fcrcher Zeitung.<\/p>\n<p>Nun sind die Schreiberlinge der NZZ in der Regel ja keine Dummk\u00f6pfe. Sie wissen, was sie tun. Und wenn sie etwas schreiben, so \u00fcberlegen sie sich etwas dabei. Bloss was?<\/p>\n<p>Seit der Niederlage in der EWR-Abstimmung schreibt die NZZ gegen die SVP und alles, was auch nur im Entferntesten mit dieser zu tun hat. Dagegen ist bei einem Meinungsblatt nichts einzuwenden, zumal sich die NZZ mit dieser Haltung selber wesentlich mehr geschadet hat als der SVP. Die Aktion\u00e4re w\u00fcrden wohl nicht lange z\u00f6gern, wenn sie die Leserzahlen oder den Aktienkurs gegen die W\u00e4hleranteile der SVP eintausche k\u00f6nnten. Apropos Aktion\u00e4re: Zur Feier des 225-j\u00e4hrigen Jubil\u00e4ums des einst freiheitlich gesinnten Blattes gab der damalige Chefredaktor Hugo B\u00fctler im Tages-Anzeiger ein doppelseitiges Interview, in dem er klarstellte, dass er nach wie vor keine SVP-Mitglieder als Aktion\u00e4re will. Gesucht seien stattdessen \u201eliberale\u201c Personen\u2026<\/p>\n<p>Die Anti-SVP-Doktrin, die in ihrer t\u00e4glichen Konkretisierung krankhafte Z\u00fcge angenommen hat, kommt also \u201evon oben\u201c, und sie wird vom neuen Chefredaktor bloss weitergef\u00fchrt. Es scheint, als wolle man beweisen, dass man es sich leisten kann, jahrelang auf die mit Abstand gr\u00f6sste Partei im Lande einzudreschen. Als w\u00e4re es die Schuld der SVP, dass die FDP ihre bew\u00e4hrte Politik \u201emehr Freiheit, weniger Staat, mehr Eigenverantwortung\u201c preisgegeben hat.<\/p>\n<p><strong>Drei f\u00fcr das Ganze<\/strong><\/p>\n<p>Seit Jahren karikiert Christoph Wehrli die SVP als ausl\u00e4nderfeindliche Bande, die sich h\u00f6chstens graduell noch von der SA unterscheidet. Der Mann hasst die SVP. Das ist sein gutes Recht. Doch warum wird immer er damit beauftragt, \u00fcber die SVP und deren Ausl\u00e4nderpolitik zu schreiben, obwohl man weiss, dass er Schaum vor dem Mund hat, wenn er nur an die Volkspartei denkt?<\/p>\n<p>Oder nehmen wir den Etatisten Martin Senti. Wie ist es m\u00f6glich, dass dieser in einem angeblich liberalen Blatt schreiben kann, dem Staat seien Errungenschaften, wie die Medienfreiheit zu verdanken, weshalb die SVP endlich aufh\u00f6ren m\u00fcsse, den Staat zu kritisieren? Und der gleiche Mann hat zur Albisg\u00fcetli-Tagung geschrieben, es sei \u201eoffenkundig oberstes Ziel dieses j\u00e4hrlichen Blocher-Rituals\u201c, politische Zwietracht zu s\u00e4en.<\/p>\n<p>Vollends grotesk wird es schliesslich wenn Francesco Benini von der NZZ am Sonntag in die Tasten haut. F\u00fcr einen \u201ePrimeur\u201c \u2013 oder f\u00fcr das, was er daf\u00fcr h\u00e4lt \u2013 l\u00e4sst er s\u00e4mtliche Hemmungen fallen, die einen zivilisierten Menschen ausmachen. Sein Angriff auf die \u201eArena\u201c war jedenfalls etwas vom Primitivsten, das man in den letzten Jahren in einer Schweizer Zeitung lesen konnte. Einem anderen Medium vorzuwerfen, dass es Meinungen und Positionen eine Plattform bietet, ist grotesk.<\/p>\n<p>Es ist weder Schuld der Arena noch der SVP, dass die so genannten Mitteparteien in keiner wichtigen Frage klare Positionen vertreten. Es war ihr freier Wille, eine Politik des Sich-zu-Tode-Differenzierens zu betreiben. Ihre Plattform ist die NZZ. Besonders Perfid war in diesem Zusammenhang folgender Satz: \u201eAm Leutschenbach wird Arena-Moderator Reto Brennwald nachgesagt, er verehre Blocher.\u201c Diese Ger\u00fccht gen\u00fcgt einem freisinnig-orthodoxen NZZ-Redaktor, um einem Berufskollegen die intellektuelle Redlichkeit und damit die Eignung als Fernsehmoderator abzusprechen. Wo blieb Beninis Aufschrei, als unsere zwangsgeb\u00fchrenfinanzierten Staatsmedien im vergangenen Jahr den Massenm\u00f6rder Che Guevara abfeierten?<\/p>\n<p>Es steht schlecht um das Haus NZZ. Schleierhaft ist allerdings, warum sich ein Zeitungshaus kategorisch dem Gedanken\u00a0 verschliesst, sein Niedergang k\u00f6nne etwas mit der Zeitung selbst, bzw. der Art, wie diese ihren publizistischen Auftrag wahrnimmt, tun haben.<\/p>\n<p>Ich meinerseits habe die Konsequenzen gezogen und die NZZ nach 20 Jahren mit einem Brief an die Redaktion abbestellt. Ich kann nur empfehlen, dies ebenfalls zu tun. Das Internet bietet hervorragende Alternativen. Einige davon finden Sie nebenstehend aufgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>_____<\/p>\n<p>Erschienen im <a href=\"http:\/\/www.svp-zuerich.ch\/nt\/index.php?sid=6bd122939b45444ff2065d63f7955d64&amp;item=.\/zb\" target=\"_blank\">Z\u00fcrcher Boten<\/a> vom 12.2.2010<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das d\u00fcrfte in der 231-j\u00e4hrigen Geschichte der Neuen Z\u00fcrcher Zeitung noch nicht oft vorgekommen sein. Vor einigen Tagen wurde sie von der Bundespr\u00e4sidentin f\u00fcr ihre \u201eBerichterstattung\u201c in den Senkel gestellt. Nicht nur das: Im Rahmen einer allgemeinen Schelte der Medienarbeit zur deutschen Datenhehlerei wurde sie als schlechtes Beispiel sogar speziell erw\u00e4hnt. 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