{"id":1494,"date":"2017-11-22T23:36:51","date_gmt":"2017-11-22T22:36:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=1494"},"modified":"2017-11-22T23:36:51","modified_gmt":"2017-11-22T22:36:51","slug":"sonntaegliche-plauderei-unter-nuetzlichen-idioten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=1494","title":{"rendered":"Sonnt\u00e4gliche Plauderei unter n\u00fctzlichen Idioten"},"content":{"rendered":"<p>\u201eDu sollst keine Schweizer Sonntagszeitungen lesen!\u201c Seit Jahren bin ich dieser Meinung und halte mich an diese Regel. Vergangenen Sonntag verstiess ich allerdings dagegen und erfuhr, wie Genosse Christian Levrat den Islam zu reformieren gedenkt. \u2013 Man sollte wirklich keine Schweizer Sonntagszeitungen lesen\u2026<!--more--><\/p>\n<p>Es ist schon fast unappetitlich, wie sich selbst ernannte Qualit\u00e4tsjournalisten, die von Werbung der Privatwirtschaft leben, zum Lautsprecher eines Sozialistenf\u00fchrers machen. Was Denis von Burg, Leiter der Bundeshausredaktion und Chef des Ressort \u201ePolitik\u201c, und der zum Blatt mit den grossen Buchstaben wechselnde Pascal Tischhauser den Lesern der SonntagsZeitung servierten, war eine sonnt\u00e4gliche Plauderei unter Freunden. Nur eine einzige Frage kann man mit viel gutem Willen als kritisch bezeichnen. Als kritisch aber ziemlich d\u00e4mlich: \u201eMachen Sie [mit dem Thema Islamisierung] Wahlkampf?\u201c Warum sollte man es einem Parteipr\u00e4sidenten zum Vorwurf machen, wenn er daf\u00fcr k\u00e4mpft, bei der n\u00e4chsten Wahl m\u00f6glichst viele Stimmen zu machen? Ist nicht genau das das Ziel einer Wahl?<\/p>\n<p>Daf\u00fcr w\u00e4re die Frage nach der politischen Mehrheitsf\u00e4higkeit von Levrats Forderungen angezeigt gewesen. Im Kanton Z\u00fcrich wurde das Anliegen 2003 jedenfalls wuchtig verworfen, und die muslimische PR war seither nicht darauf angelegt, Sympathien zu gewinnen \u2013 zumindest nicht unter Menschen, die Gewalt und Terror ablehnen. Auch ein Hinweis, dass die Kompetenz \u00fcber Fragen der Religionen von den Kantonen eifers\u00fcchtig geh\u00fctet wird, fehlt nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Schon die Einleitung zu dem Gef\u00e4lligkeits-Interview hat es in sich. Es lohnt sich darum, sie w\u00f6rtlich wiederzugeben: <em>\u201eSP-Pr\u00e4sident Christian Levrat und seine Partei wollen die muslimischen Religionsgemeinschaften in die Pflicht nehmen und sie gleichzeitig als Religionsgemeinschaften wie Katholiken und Reformierte anerkennen. Die Genossen sind daran, eine \u00abRoadmap zu einem Schweizer Islam\u00bb zu entwickeln. Darin soll definiert werden, welche Rechte und Pflichten muslimische Gemeinschaften haben. Grunds\u00e4tzlich sollen sie demokratisch sein, sich zu einem modernen Islam bekennen und im Gegenzug Steuern einziehen d\u00fcrfen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Leider erkennen die stichwortgebenden Qualit\u00e4tsjournalisten die offensichtliche Hybris, den Gr\u00f6ssenwahn, der Genossen nicht. Ganz im Gegenteil, sie lassen Christian Levrat reden, als sei er der oberster Lehensherr in einem Feudalstaat oder ein Mafiaboss, der \u201eRespekt\u201c fordert und daf\u00fcr im Gegenzug Pfr\u00fcnden und Schutz gew\u00e4hrt. Und was k\u00f6nnte f\u00fcr einen Sozialisten verlockender sein, als das Recht, Steuern einzuziehen?<\/p>\n<p><strong>Warten 1,8 Milliarden Muslime auf die Schweiz?<\/strong><\/p>\n<p>Er wolle muslimischen Religionsgemeinschaften auch \u201ein die Pflicht nehmen\u201c, l\u00e4sst Levrat \u00fcber seine Herolde verk\u00fcnden. Als \u201eanimal politique\u201c weiss er nat\u00fcrlich, dass eine solche Forderung dem Publikum gef\u00e4llt. Wenn staatliche Anerkennung und Steuern das Zuckerbrot sind, macht sich etwas Peitsche immer gut. Doch, als Jurist weiss Levrat auch, dass ein Rechtsstaat keine Religionsgemeinschaft besonders in die Pflicht nehmen darf. Der Rechtsstaat muss gegen\u00fcber Muslimen \u2013 wie auch gegen\u00fcber allen anderen \u2013 das Recht durchsetzen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Genosse Levrat bel\u00e4sst es darum bei einem Appell \u201ean die islamische Glaubensgemeinschaft\u201c: \u201eWerdet transparenter. Baut in den Gemeinden und Kantonen demokratische Strukturen auf. Und verpflichtet euch zu einer zeitgem\u00e4ssen Koranauslegung. Seid gemeinn\u00fctzig t\u00e4tig und organisiert Bildungsangebote f\u00fcr die Mitglieder. Und vor allem, setzt euch f\u00fcr die Gleichberechtigung von Mann und Frau ein.\u201c \u2013 Alles wunderbar! Das wird aber frommer Wunsch bleiben und hat mit \u201ein-die-Pflicht-nehmen\u201c nichts zu tun.<\/p>\n<p>In einem Punkt gebe ich Christian Levrat recht: Man kann tats\u00e4chlich gegen die Burka aber auch gegen deren Verbot sein. Nur ist damit noch kein Problem, das die Islamisierung Europas mit sich bringt, gel\u00f6st. Unseren beiden Qualit\u00e4tsjournalisten vom Dienst, von Burg und Tischhauser, f\u00e4llt das nat\u00fcrlich nicht auf. Sie fragen nicht einmal, was denn mit jenen Muslimen geschehen soll, die sich einen Deut um solche Utopien scheren.<\/p>\n<p><strong>Noch nie hat ein gesunder Apfel kranke angesteckt<\/strong><\/p>\n<p>Auch Levrats Hauptthese wird ins Blatt ger\u00fcckt, als w\u00e4re der SP-Pr\u00e4sident selber als Blattmacher t\u00e4tig gewesen. Dass die Sozis schon den Nachweis schuldig geblieben sind, dass Einb\u00fcrgerungen die Integration beschleunigten, anstatt den Abschluss eines Prozess zu bilden, bleibt unerw\u00e4hnt. Darum fahren sie nun mit schwererem Gesch\u00fctz auf. Die Anerkennung als Landeskirche, so die Theorie, wirke sich zivilisierend auf den Islam hierzulande aus, ja dieser werde sich als \u201eSchweizer Islam\u201c aus der Umma von weltweit 1,8 Milliarden Muslimen abheben und diese wiederum positiv beeinflussen. \u2013 Als h\u00e4tte je ein gesunder Apfel kranke \u00c4pfel angesteckt.<\/p>\n<p>Tatsache ist, und jeder Zeitgenosse, der sich nicht nur \u00fcber unsere zwangsgeb\u00fchrenfinanzierten Staatsmedien informiert, weiss das, dass der Islam nur dort friedlich ist, wo er zahlenm\u00e4ssig nichts zu bestellen hat. Sobald er sich stark genug w\u00e4hnt, beginnen die Probleme. Pl\u00f6tzlich werden aus muslimischen Glaubens\u00fcberzeugungen heraus Pflichten und Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Andersgl\u00e4ubige, die zudem als Nichtgl\u00e4ubige beschimpft werden, abgeleitet. Das Morden und Brandschatzen im Nachgang zur Ver\u00f6ffentlichung einiger Mohammed-Karikaturen sowie der Anschlag auf die Redaktion den franz\u00f6sischen Satiremagazins \u201eCharlie Hebdo\u201c waren Machtdemonstrationen zur Disziplinierung westlicher Demokratien. Und sie waren erfolgreich. \u201eDer Westen\u201c ist weniger freiheitlich wie zu Beginn des Jahrtausends. Selbst f\u00fcr ehern gehaltenen Prinzipien der Aufkl\u00e4rung werden infrage gestellt. In Frankreich wurde der Ausnahmezustand zum Dauerzustand, und Deutschland gab sich mit dem \u201eNetzwerkdurchsetzungsgesetz\u201c ein die Meinungs\u00e4usserungsfreiheit zerst\u00f6rendes Regelwerk, das vom inzwischen zur\u00fcckgetretenen Sozialisten Robert Mugabe stammen k\u00f6nnte, tats\u00e4chlich aber vom abgew\u00e4hlten Sozialisten Heiko Maas stammt.<\/p>\n<p><strong>Je muslimischer, desto unfreiheitlicher<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt kein Beispiel, das Levrats naive These unterst\u00fctzt. Wohl aber f\u00fcr die Gegenthese. Die individuelle Freiheit und die Errungenschaften der Aufkl\u00e4rung stehen in einem umgekehrt-proportionalen Verh\u00e4ltnis zur St\u00e4rke des Islams in einer Gesellschaft. Wo er offizielle Staatsreligion ist, werden andere Religionen verfolgt, Frauen unterdr\u00fcckt und Homosexuelle an Kr\u00e4nen aufgekn\u00fcpft oder von Hausd\u00e4chern gest\u00fctzt. Dazu fiel weder von Burg noch Tischhauser etwas ein.<\/p>\n<p>Levrat will das Gespr\u00e4ch suchen. Gut, dann sollte er aber auch zuh\u00f6ren. Fanatiker machen n\u00e4mlich in aller Regel keinen Hehl aus ihren politischen Absichten. Warum sollten sie auch? Sie sind beseelt von ihrer Mission und f\u00fchlen sich im Recht. Ja, h\u00e4ufig sind sie auf ihre Untaten sogar stolz. Das m\u00fcsste sich die Gesellschaft im Umgang mit dieser besonderen Kategorie von Verbrechern eigentlich zu Nutze machen. Doch leider ziehen es unsere Verantwortlichen und Intellektuellen immer wieder vor, sich die Realit\u00e4t den eigenen Vorstellungen nach zurechtzur\u00fccken. Von kritischem Denken und Fragen ist nicht viel zu sp\u00fcren. Kritisiert werden daf\u00fcr jene, die die fortschreitende Islamisierung kritisieren. Genosse Levrat bildet da keine Ausnahme.<\/p>\n<p><strong>Extremisten stehen zu ihren Zielen<\/strong><\/p>\n<p>Manch eine Katastrophe der Menschheitsgeschichte h\u00e4tte verhindert werden k\u00f6nnen, wenn man politische oder religi\u00f6se Str\u00f6mungen ernst genommen und sich darauf eingestellt h\u00e4tte. Auch Hitler und seine Spiessgesellen machten nie einen Hehl aus ihren Absichten. Bereits 1925 legte der verurteilte Putschist Hitler in \u201eMein Kampf\u201c dar, was f\u00fcr eine Gesellschaftsordnung zu schaffen er bestrebt war. Und im Wahlkampf 1928, also in der Absicht, damit Stimmen zu gewinnen, erkl\u00e4rte Joseph Goebbels unumwunden: <em>\u201eWir gehen in den Reichstag hinein, um uns im Waffenarsenal der Demokratie mit deren eigenen Waffen zu versorgen. Wir werden Reichstagsabgeordnete, um die Weimarer Gesinnung mit deren eigener Gesinnung lahm zu legen. Wenn die Demokratie so dumm ist, uns f\u00fcr diesen B\u00e4rendienst Freifahrkarten und Di\u00e4ten zu geben, so ist das ihre eigene Sache\u2026 Wir kommen als Feinde! Wie der Wolf in eine Schafherde einbricht, so kommen wir.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Man hielt das f\u00fcr leeres Gerede, oder man glaubte, Hitler irgendwann doch noch stoppen zu k\u00f6nnen. Die Demokratie gab ihren Feinden bereitwillig die Waffen zu ihrer eigenen Zerst\u00f6rung in die H\u00e4nde. Hitler musste die Macht nie ergreifen. Sie wurde ihm vielmehr von \u201el\u00f6sungsorientierten\u201c oder, wie man heute euphemistisch sagt, von \u201epragmatischen\u201c Politikern, angetragen. Man hat die Gefahr des Nationalsozialismus untersch\u00e4tzt. Die Folgen waren verheerend.<\/p>\n<p><strong>Nach Nationalsozialismus und Kommunismus der Islamismus<\/strong><\/p>\n<p>Auch die muslimischen Radikalen unserer Tage lassen keinen Zweifel daran aufkommen, was sie von der Demokratie halten: Nichts. Sie wollen sie abschaffen und durch ein auf der Scharia basierendes politisches System ersetzen. Ebenso klar ist, dass sie sich dazu der Mittel bedienen, die ihnen die Demokratie daf\u00fcr bietet. Etwa, wenn sich schnell beleidigte Muslime auf das vom freiheitlichen Rechtsstaat garantierte Diskriminierungsverbot berufen.<\/p>\n<p>Recep Tayyip Erdo\u011fan, mit dem die Wertegemeinschaft nach wie vor Beitrittsverhandlungen f\u00fchrt, heizte seine Anh\u00e4nger 1997 mit vier Zeilen des islamischen Dichters Ziya G\u00f6kalp an. Darin heisst es: \u201eDie Moscheen sind unsere Kasernen, die Kuppeln unsere Helme, die Minarette unsere Bajonette und die Gl\u00e4ubigen unsere Soldaten.\u201c Er musste daraufhin ins Gef\u00e4ngnis und als B\u00fcrgermeister von Istanbul zur\u00fccktreten. Heute ist er Pr\u00e4sident und macht nicht den Eindruck, er wolle mit Christian Levrat und dessen Genossen \u00fcber die Zivilisierung des Islams parlieren.<\/p>\n<p>Auch wenn es um das Geld der \u201eUngl\u00e4ubigen\u201c geht, kennen Islamisten keine Hemmungen: Der britische Hassprediger Anjem Choudary etwa ruft \u00e4hnlich wie sein Seelenverwandter Joseph Goebbels dazu auf, sich der \u201eFreikarten und Di\u00e4ten\u201c zu bedienen. In einer von der Tageszeitung Sun heimlich gefilmten Rede rief er seine Anh\u00e4nger unverbl\u00fcmt dazu auf, sich <em>\u201evon den Europ\u00e4ern aushalten zu lassen\u201c<\/em>. Man m\u00fcsse alle M\u00f6glichkeiten des britischen Sozialstaates auszun\u00fctzen, um damit die islamische Eroberung Grossbritanniens zu finanzieren. Dabei macht er sich \u00fcber die britischen Arbeiter und Angestellten lustig. Sie w\u00fcrden arbeiten, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen, w\u00e4hrend die islamischen Prediger ein oder zwei Tage im Jahr arbeiten und sich das \u00fcbrige Jahr vom britischen Sozialstaat aushalten lassen: <em>\u201eSo beziehen wir als Dschihadisten den Scheck vom Staat.\u201c<\/em> \u2013 Ist das nicht genau das, was auch Nicolas Blancho, der Pr\u00e4sident des muslimischen Zentralrats, macht? \u2013 Wer seine Zeitung \u00fcblicherweise mit Indiskretionen aus dem Bundeshaus f\u00fcllt, kann so etwas nat\u00fcrlich nicht wissen. Und wer solche Dinge nicht weiss, stellt dazu auch keine intelligenten Fragen.<\/p>\n<p><strong>Auch einseitig gef\u00fchrter Krieg ist Krieg<\/strong><\/p>\n<p>In einem Interview mit dem christlichen US-Sender CBN hat Choudary am 8. August 2012 seine Strategie erl\u00e4utert, in Europa und in den USA mithilfe eines wachsenden Bev\u00f6lkerungsanteils von Muslimen schrittweise die Voraussetzungen zur Abl\u00f6sung der Demokratie und zur Gr\u00fcndung eines islamischen Staates (\u201eKalifat\u201c) unter der Herrschaft der Scharia zu schaffen: <em>\u201eWenn wir mit ausreichend Autorit\u00e4t und Macht ausgestattet sind, dann sind wir als Muslime verpflichtet, die Ordnungsgewalt denen wegzunehmen, die sie innehaben, und dann die Scharia einzuf\u00fchren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Das sind klare Botschaften, die die westlichen Eliten nicht h\u00f6ren wollen. Sie tr\u00fcben das Bild von Islam als \u201eReligion des Friedens\u201c. In der Tradition des intellektuell darbenden Mainstreams behauptet auch Levrat, der Islam geh\u00f6re zur Schweiz, und wer das anders sehe, sei ein gef\u00e4hrlicher Rechtspopulist.<\/p>\n<p>Keine seiner Plattit\u00fcden erschien den beiden Schreiberlingen zu abgedroschen. Sie wandten auch nicht ein, dass es so genannte Islamophobie nicht gibt. Niemand hasst Muslime, weil sie Muslime sind. Die Ablehnung von Fanatikern, die mit Lastwagen durch Fussg\u00e4ngerpassagen und Weihnachtsm\u00e4rkte rasen oder Flugzeuge in Hochh\u00e4user lenken, ist Ausdruck von Vernunft. Wer hingegen das Krokodil f\u00fcttert in der Hoffnung, er werde zuletzt gefressen, ist ein Idiot.<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDu sollst keine Schweizer Sonntagszeitungen lesen!\u201c Seit Jahren bin ich dieser Meinung und halte mich an diese Regel. 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