{"id":25,"date":"2008-10-31T11:36:44","date_gmt":"2008-10-31T09:36:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/?p=25"},"modified":"2008-10-31T11:37:10","modified_gmt":"2008-10-31T09:37:10","slug":"die-huren-der-machtigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=25","title":{"rendered":"Die Huren der M\u00e4chtigen"},"content":{"rendered":"<p><meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\" \/><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\" \/><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 10\" \/><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 10\" \/>\n<link href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5CADMINI%7E1%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\" rel=\"File-List\" \/><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal<\/w:View>   <w:Zoom>0<\/w:Zoom>   <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables\/>    <w:SnapToGridInCell\/>    <w:WrapTextWithPunct\/>    <w:UseAsianBreakRules\/>   <\/w:Compatibility>   <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>  <\/w:WordDocument> <\/xml><![endif]--><\/p>\n<style><!--  \/* Style Definitions *\/  p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal \t{mso-style-parent:\"\"; \tmargin:0cm; \tmargin-bottom:.0001pt; \tmso-pagination:widow-orphan; \tfont-size:12.0pt; \tfont-family:Arial; \tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\"; \tmso-bidi-font-family:Arial; \tmso-bidi-language:AR-SA;} @page Section1 \t{size:595.3pt 841.9pt; \tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; \tmso-header-margin:35.4pt; \tmso-footer-margin:35.4pt; \tmso-paper-source:0;} div.Section1 \t{page:Section1;} --> <\/style>\n<p><!--[if gte mso 10]>\n\n\n\n<style>  \/* Style Definitions *\/  table.MsoNormalTable \t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\"; \tmso-tstyle-rowband-size:0; \tmso-tstyle-colband-size:0; \tmso-style-noshow:yes; \tmso-style-parent:\"\"; \tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; \tmso-para-margin:0cm; \tmso-para-margin-bottom:.0001pt; \tmso-pagination:widow-orphan; \tfont-size:10.0pt; \tfont-family:\"Times New Roman\";} <\/style>\n\n <![endif]--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\">Es ist keine Erscheinung unserer Zeit, dass sich Professoren und andere \u2013 echte und selbsternannte \u2013 Experten der Macht andienen, ja sich zu Huren der M\u00e4chtigen machen. Die Geschichte ist voll von Beispielen. Im 3. Reich hatten selbst so brillante Staatsrechtler wie Carl Schmitt keine M\u00fche damit, den \u201eWillen des F\u00fchrers\u201c als rechtliche Grundlage zu anerkennen und zur Basis ihrer \u00dcberlegungen zu machen. Wer von den M\u00e4chtigen abh\u00e4ngig ist, stellt sich ihnen nicht in den Weg. Intellektuelle und akademische Redlichkeit hin oder her.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\">Das beste Mittel, um dieser Entwicklung zu begegnen, ist eine funktionierende Demokratie. Und Voraussetzung daf\u00fcr wiederum ist das Recht, seine Meinung frei \u00e4ussern zu d\u00fcrfen. Es ist darum das Nat\u00fcrlichste auf der Welt, dass Demokratie und freie Meinungs\u00e4usserung von den M\u00e4chtigen und ihren eifrigen Handlangern als l\u00e4stig, wenn nicht gar bedrohlich empfunden werden. Beides m\u00fcsse Grenzen haben, heisst es dann. Und als basierte nicht unser ganzer Staat auf dem Willen der B\u00fcrger und damit auf demokratischer Grundlage, wird postuliert, das Stimmvolk, das hierzulande immer noch als souver\u00e4n bezeichnet wird, m\u00fcsse sich an die Regeln des Rechtsstaates halten. Und wo man sich noch scheut, zum offenen Angriff gegen die direkte Demokratie \u00fcberzugehen, fordert man deren \u201eVerwesentlichung\u201c \u2013 oder man w\u00e4hlt den Umweg \u00fcber die Gerichte. An willf\u00e4hrigen Experten und Richtern mangelt es den M\u00e4chtigen nie.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\">Auch der Kampf gegen die freie Meinungs\u00e4usserung kommt voran: Um in der Ausl\u00e4nder- und Asylpolitik das Terrain vorzubereiten, wurde eigens eine Antirassismus-Gesetzgebung eingef\u00fchrt, ein Gesinnungsstrafrecht, ein Fremdk\u00f6rper in einer freiheitlichen Rechtsordnung. Und nur noch \u201eExperten\u201c wie Georg Kreis, die sich den politischen Verh\u00e4ltnissen und dem jeweiligen Zeitgeist rascher anpassen als ein Cham\u00e4leon, bestreiten noch, dass das Strafrecht als Waffe in der politischen Auseinandersetzung dient. Gleichzeitig l\u00e4sst sich keinerlei positive Auswirkung der Strafnorm belegen. Im Gegenteil, die Rassismusberichte von Hans Stutz werden jedes Jahr dicker.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\"><strong>Der l\u00f6sungsorientierte Professor M\u00fcller<o:p><\/o:p><\/strong><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\">Wer die Macht hat, braucht nicht zu denken. Er setzt durch, was er f\u00fcr richtig h\u00e4lt. Rechtfertigen muss er sich nicht. Und wenn, hat er daf\u00fcr seine Helfer. Helfer wie Professor Georg M\u00fcller, der j\u00fcngst einen Beweis seiner Flexibilit\u00e4t lieferte. Gefragt, ob es beim Entscheid des Nationalrats, die Immunit\u00e4t von SVP-Pr\u00e4sident Toni Brunner aufzuheben, nicht auch um eine politische Frage gehe, gab er gegen\u00fcber Radio DRS zu Protokoll, dass dem selbstverst\u00e4ndlich so sei, gerade weil es sich eben auch eine politische Frage handle, sei schliesslich die Bundesversammlung zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\">Die Antwort ist insofern bemerkenswert, dass Georg M\u00fcller einer der Ersten war, die sich mit der Rechtsnatur von Einb\u00fcrgerungen befassten. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass Einb\u00fcrgerungen heute ein reiner Verwaltungsakt sind. M\u00fcller war sich auch nicht zu schade, die Resolution zu unterzeichnen, in der eine Schar von Staatsrechtlern zur Ablehnung der Einb\u00fcrgerungsinitiative der SVP aufriefen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\">H\u00e4tte Georg M\u00fcller den ber\u00fchmten Einb\u00fcrgerungsentscheid des Bundesgerichts kritisch auf seine Tragweite hin untersucht, anstatt sich lediglich an der Aussicht auf Masseneinb\u00fcrgerungen und der damit einhergehenden Senkung des Ausl\u00e4nderanteils zu berauchen, h\u00e4tte er festgestellt, dass die Lausanner Richter im Grunde nichts anderes getan haben, als den Schutz vor staatlicher Willk\u00fcr zum h\u00f6chsten Rechtsgut zu erheben. Wenn das wirklich so gewollt gewesen w\u00e4re, m\u00fcsste also Toni Brunner konsequenterweise den Entscheid des Nationalrats auf Willk\u00fcr \u00fcberpr\u00fcfen lassen k\u00f6nnen. Genau das hat aber das Bundesgericht in einem anderen Fall unter Berufung auf das untergeordnete Organisationsgesetz abgelehnt. Und was den Fall von Christoph Blocher angeht, der seinerseits eine gerichtliche \u00dcberpr\u00fcfung der Vorkommnisse rund um die GPK verlangt, meldeten sich die Professoren, unter anderem auch Georg M\u00fcller, wieder zu Wort: \u201eWo k\u00e4men wir denn da hin, wenn da jeder gegen demokratische Institutionen klagen k\u00f6nnte?\u201c Jemand erkannte in dieser Anrufung eines Gerichts sogar den Versuch, den Rechtsstaat auszuhebeln. Selbstverst\u00e4ndlich blieb derartiger Unsinn in professoralen Kreisen unwidersprochen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin-bottom: 6pt\"><o:p>\u00a0<\/o:p><\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist keine Erscheinung unserer Zeit, dass sich Professoren und andere \u2013 echte und selbsternannte \u2013 Experten der Macht andienen, ja sich zu Huren der M\u00e4chtigen machen. Die Geschichte ist voll von Beispielen. Im 3. 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