{"id":300,"date":"2012-12-19T17:02:07","date_gmt":"2012-12-19T16:02:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=300"},"modified":"2012-12-19T17:02:07","modified_gmt":"2012-12-19T16:02:07","slug":"hilfe-intellektuelle-die-nicht-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=300","title":{"rendered":"Hilfe, Intellektuelle, die nicht denken!"},"content":{"rendered":"<p>Manchmal frage ich mich, ob die Millionen und Milliarden, die wir f\u00fcr unser Bildungssystem ausgeben, tats\u00e4chlich gut angelegt sind. Wenn ich beispielsweise feststellen muss, wie sich Politiker und Mainstream-Journalisten, die einmal hier zur Schule gingen, selbst einfachsten Gedankeng\u00e4ngen kategorisch verweigern, komme ich zum Schluss, dass man das Geld ebenso gut im Rahmen einer grossen Party h\u00e4tte verjubeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die vom Weltschmerz geplagte Linke ist beispielsweise \u00fcberzeugt, dass der westliche Kolonialismus die so genannte Dritte Welt praktisch unheilbar zerst\u00f6rt hat, und \u201eder Westen\u201c damit eine Art Erbschuld auf sich geladen hat. Dass diese These einer kritischen Beurteilung nicht standh\u00e4lt, und viele fr\u00fchere Kolonien pr\u00e4chtig gedeihen, wird verdr\u00e4ngt. Fakten sind Dogmatikern bekanntlich l\u00e4stig.<\/p>\n<p>Doch das ist noch nicht der ganze Ausdruck f\u00fcr die geistige Verarmung, die ich kritisiere. Wenn man schon der Meinung ist, Kolonialismus sei etwas Schlechtes, dann soll man daraus auch die entsprechenden Schl\u00fcsse ziehen. Eine einfache logische Schlussfolgerung m\u00fcsste etwa lauten:<\/p>\n<ul>\n<li> Kolonialismus ist schlecht.<\/li>\n<li> Die EU f\u00fchrt sich wie eine Kolonialmacht auf.<\/li>\n<li> Also ist die EU schlecht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jedes Kind begreift das. Nicht aber unsere selbsternannte geistige Elite. Wenn es um die EU geht, ist Schluss mit Logik. Dann gilt nur noch Ideologie. Dann glaubt und predigt man sogar das vom \u201eFriedensprojekt\u201c.<\/p>\n<p><strong>Kolonialistisches Gehabe der EU<\/strong><\/p>\n<p>So war in den vergangen Tagen in unseren zwangsgeb\u00fchrenfinanzierten Staatsmedien immer wieder zu h\u00f6ren, die EU verlange von Luxemburg den automatischen Informationsausgleich, und wenn das Grossherzogtum nachgebe, werde auch die Schweiz nachgeben m\u00fcssen. \u2013 Ein klarer Fall von geistiger Verbl\u00f6dung. Denn gleich zu behandeln ist nur, was nach Massgabe seiner Gleichheit gleich ist, und in dieser Hinsicht besteht zwischen der Schweiz und Luxemburg und der Schweiz ein fundamentaler Unterschied: Luxemburg ist EU-Mitglied, w\u00e4hrend die Schweiz klug genug war, sich dieser zentralistischen Funktion\u00e4rsherrschaft nicht zu unterwerfen.<\/p>\n<p>Sollte sich die EU also in schweizerische Belange einmischen, w\u00e4re das ein klarer Fall von Hegemoniestreben in kolonialistischer Tradition. Dagegen m\u00fcsste die Linke im Grunde aufbegehren. Doch dem stehen offensichtlich ideologische Motive entgegen.<\/p>\n<p><strong>Schutz des B\u00fcrgers oder Schutz des Fiskus?<\/strong><\/p>\n<p>Im gleichen Kontext findet sich ein weiteres Beispiel f\u00fcr den intellektuellen Bankrott des linken Mainstreams, der sich gerne als \u201eprogressiv\u201c bezeichnet. Bereits schon in diesem Begriff kommt eine geistige Beschr\u00e4nktheit zum Ausdruck: Es wird suggeriert, neu sei a priori besser als alt. Anstatt zu fragen, ob eine L\u00f6sung gut oder schlecht sei, wird sie beklatscht, weil sie \u201eneu\u201c, \u201emodern\u201c oder auch nur \u201ezeitgem\u00e4ss\u201c sei. Gegenw\u00e4rtig ist man aus dem H\u00e4uschen, weil in Sachen \u201eBankgeheimnis\u201c ein Paradigmenwechsel ins Haus stehe. Der Begriff \u201eParadigmenwechsel\u201c gen\u00fcgt gewissen Leuten offenbar als Argument. Dabei braucht man auch hier kein Nobelpreistr\u00e4ger zu sein, um die einzig richtige \u2013 von der Logik gebotene \u2013 Frage zu stellen: Ist die neue L\u00f6sung besser oder schlechter? Je nachdem bin ich daf\u00fcr oder dagegen.<\/p>\n<p>Schauen wir uns diesen \u201eParadigmenwechsel\u201c mal etwas genauer an: Bisher galt in der Schweiz das Paradigma \u201ePrivatsph\u00e4re steht \u00fcber fiskalischen Interessen\u201c. Der Staat vertraute den B\u00fcrgern, die ihn schliesslich ausmachen. Und dieses Vertrauen wurde durch eine sehr geringe, ja vernachl\u00e4ssigbare Steuerhinterziehung belohnt. In der EU gilt die umgekehrte Devise \u201eFiskus vor Privatsph\u00e4re\u201c. Diese vollkommen unterschiedliche Staatskonzeption kommt auch darin zum Ausdruck, dass wir in der Schweiz die Steuerbelastung zum Schutz der B\u00fcrger in der Verfassung festlegen, w\u00e4hrend in der EU Mindeststeuers\u00e4tze gelten, was dem Staatsapparat das Recht gibt, sich praktisch nach Belieben zu bedienen.<\/p>\n<p>Wir haben es also tats\u00e4chlich mit verschiedenen Paradigmen zu tun. Doch nach den Regeln der Logik wird jeder intelligente Mensch alles daran setzten, den von der Linken geforderten Paradigmenwechsel nicht zu vollziehen.<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manchmal frage ich mich, ob die Millionen und Milliarden, die wir f\u00fcr unser Bildungssystem ausgeben, tats\u00e4chlich gut angelegt sind. 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