{"id":39,"date":"2009-02-07T16:17:01","date_gmt":"2009-02-07T14:17:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.blog.zanetti.ch\/?p=39"},"modified":"2009-02-07T16:17:30","modified_gmt":"2009-02-07T14:17:30","slug":"demokratie-a-la-carte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=39","title":{"rendered":"Demokratie \u00e0 la carte"},"content":{"rendered":"<p><meta http-equiv=\"Content-Type\" content=\"text\/html; charset=utf-8\" \/><meta name=\"ProgId\" content=\"Word.Document\" \/><meta name=\"Generator\" content=\"Microsoft Word 10\" \/><meta name=\"Originator\" content=\"Microsoft Word 10\" \/>\n<link href=\"file:\/\/\/C:%5CDOKUME%7E1%5CADMINI%7E1%5CLOKALE%7E1%5CTemp%5Cmsohtml1%5C01%5Cclip_filelist.xml\" rel=\"File-List\" \/><!--[if gte mso 9]><xml>  <w:WordDocument>   <w:View>Normal<\/w:View>   <w:Zoom>0<\/w:Zoom>   <w:HyphenationZone>21<\/w:HyphenationZone>   <w:Compatibility>    <w:BreakWrappedTables\/>    <w:SnapToGridInCell\/>    <w:WrapTextWithPunct\/>    <w:UseAsianBreakRules\/>   <\/w:Compatibility>   <w:BrowserLevel>MicrosoftInternetExplorer4<\/w:BrowserLevel>  <\/w:WordDocument> <\/xml><![endif]--><\/p>\n<style><!--  \/* Style Definitions *\/  p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal \t{mso-style-parent:\"\"; \tmargin:0cm; \tmargin-bottom:.0001pt; \tmso-pagination:widow-orphan; \tfont-size:12.0pt; \tfont-family:Arial; \tmso-fareast-font-family:\"Times New Roman\"; \tmso-bidi-font-family:Arial; \tmso-bidi-language:AR-SA;} @page Section1 \t{size:595.3pt 841.9pt; \tmargin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; \tmso-header-margin:35.4pt; \tmso-footer-margin:35.4pt; \tmso-paper-source:0;} div.Section1 \t{page:Section1;} --> <\/style>\n<p><!--[if gte mso 10]>\n\n\n<style>  \/* Style Definitions *\/  table.MsoNormalTable \t{mso-style-name:\"Normale Tabelle\"; \tmso-tstyle-rowband-size:0; \tmso-tstyle-colband-size:0; \tmso-style-noshow:yes; \tmso-style-parent:\"\"; \tmso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; \tmso-para-margin:0cm; \tmso-para-margin-bottom:.0001pt; \tmso-pagination:widow-orphan; \tfont-size:10.0pt; \tfont-family:\"Times New Roman\";} <\/style>\n\n <![endif]--><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Endlich ist es soweit! F\u00fcr morgen ist \u201edas Volk\u201c an die Urnen gerufen. Dann werden wir es wissen \u2013 zumindest, dass wir nichts Genaues wissen. Sicher ist allerdings jetzt schon, dass in den Kommentaren jede beliebige Interpretation Platz finden wird. Will tats\u00e4chlich eine Mehrheit T\u00fcren und Sozialwerke f\u00fcr Bulgaren und Rum\u00e4nen \u00f6ffnen? Herrscht bloss Sorge um den Fortbestand der restlichen \u201eBilateralen\u201c, oder sollen diese am Ende gar aufgek\u00fcndigt werden? Wir werden es nie genau wissen. Eine unselige Verkn\u00fcpfung zweier Vorlagen verhindert eine unverf\u00e4lschte Willenskundgabe.<o:p><\/o:p><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Noch vor wenigen Jahren waren wir Schweizer stolz darauf, in einem Land zu leben, in dem \u201edas Volk\u201c das Sagen hat. Wir waren uns durchaus bewusst, dass man hierzulande auf demokratischen Weg eine Monarchie oder gar eine Diktatur einrichten k\u00f6nnte. Doch wir vertrauten darauf, dass es in einer funktionierenden Demokratie, in der sich jeder so verh\u00e4lt wie man selbst, nie so weit kommt, weil sich Extreme gegenseitig aufheben und auf diese Weise eine Tendenz zum Ausgleich besteht. Aber stets war klar: Das Volk ist der Souver\u00e4n, es hat das letzte Wort.<o:p><\/o:p><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Damit scheint es vorbei zu sein: Immer h\u00e4ufiger werden Volksentscheide interpretiert und nach Belieben ausgelegt. Das Bundesgericht, das es nur gibt, weil es das Schweizervolk so will, hat sich in einem eigentlichen Richterputsch sogar das Recht herausgenommen, politisch unliebsame Volksentscheide aufzuheben. Die \u201eoberste rechtsprechende Beh\u00f6rde des Bundes\u201c erhob sich selbst zum Supervisor und Lenker der Demokratie. Um diesen Titel k\u00e4mpfen allerdings auch noch andere: So verweigerte eine parlamentarische Kommission, die nichts anderes zu tun gehabt h\u00e4tte, als die vom Souver\u00e4n angenommene \u201eVerwahrungsinitiative\u201c in geltendes Gesetzesrecht umzusetzen, glatt ihren Auftrag. Angeblich wegen Unvereinbarkeit mit dem V\u00f6lkerrecht. Tats\u00e4chlich stiessen sich der gr\u00fcne Kommissionspr\u00e4sident und einige andere linken Zeloten am Inhalt. Ich warte gespannt darauf, wie sich die gleichen Leute verhalten werden, wenn gegen die \u201eOffroader-Initiative\u201c v\u00f6lkerrechtliche Bedenken ins Feld gef\u00fchrt werden, etwa wegen Verstosses gegen WTO-Bestimmungen.<o:p><\/o:p><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Leider findet auch der Bundesrat immer mehr Gefallen an dieser \u201eDemokratie \u00e0 la carte\u201c. Nur als Beh\u00f6rde zu leiten und zu vollziehen, wie es die Bundesverfassung vorsieht, gen\u00fcgt den ambitionierten Damen und Herren nicht mehr. Demokratie wird da rasch als hinderlich empfunden. Erst recht, wenn man mit ansehen muss, dass es im Ausland auch ohne Volksentscheide geht. Doch genau wie C\u00e4sar seinerzeit der Republik nicht offen den Kampf ansagte, sondern sie unter Wahrung der Form zur Folklore machte, h\u00e4lt der Bundesrat noch an der Tradition fest, die Schweizerinnen und Schweizer regelm\u00e4ssig zur Urne zu rufen.<o:p><\/o:p><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Das Entscheidende an einer Demokratie ist jedoch nicht, dass Abstimmungen durchgef\u00fchrt werden, sondern dass sich die Minderheit der obsiegenden Mehrheit zu f\u00fcgen hat. Und genau damit bekundet unsere Landesregierung M\u00fche. Bloss um einer drohenden Niederlage zu entgehen, wurde die auf den 17. Mai 2009 angesetzte Abstimmung \u00fcber die Erh\u00f6hung der Mehrwertsteuer zugunsten der IV auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Ein unerh\u00f6rtes Ereignis!<o:p><\/o:p><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Wer in einer Demokratie nicht bereit ist, auch Niederlagen, die nicht ausbleiben k\u00f6nnen, einzustecken, ist ein schlechter Demokrat. Und schlechte Demokraten sind eine Gefahr f\u00fcr die Demokratie.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">_____<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"margin: 0cm 3.6pt 6pt 0cm; text-align: justify\">Erschienen in der Berner Zeitung vom 7. Februar 2009<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Endlich ist es soweit! 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