{"id":494857,"date":"2020-08-25T10:46:43","date_gmt":"2020-08-25T08:46:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.zanetti.ch\/?p=494857"},"modified":"2020-08-25T10:46:43","modified_gmt":"2020-08-25T08:46:43","slug":"die-svp-war-nie-eine-extreme-partei-weder-vor-100-jahren-noch-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=494857","title":{"rendered":"Die SVP war nie eine extreme Partei \u2013 weder vor 100 Jahren, noch heute."},"content":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 100 Jahren steht die schweizerische Volkspartei f\u00fcr die ewig gleichen Werte: Freiheit des Individuums gepaart mit Eigenverantwortung und f\u00fcr einen eigenst\u00e4ndigen\u00a0 Weg der Schweiz &#8211; unabh\u00e4ngig und neutral.<!--more--><\/p>\n<p>Wie pr\u00e4sentierte sich das Umfeld, in dem unsere Ahnen 1917 die Bauern, Gewerbe und B\u00fcrgerpartei, die sich seit 1971 Schweizerische Volkspartei nennt, ins Leben riefen. Und was waren die Gr\u00fcnde?<\/p>\n<p>Zwar sprach man damals noch nicht vom 1. Weltkrieg \u2013 zu dieser Nummerierung brauchte erst einen zweiten! Aber rund um den Globus befanden sich zwischen 1914 und 1918 L\u00e4nder im Kriegszustand. Selbst Australien beteiligte sich an Kampfhandlungen. In ganzen Kontinenten begann der Kampf um Unabh\u00e4ngigkeit von den europ\u00e4ischen Kolonialm\u00e4chten, und im Nahen Osten brach das osmanische Reich zusammen.<\/p>\n<p>Grosse Schlachten waren geschlagen. Die Namen \u201eTannenberg\u201c, \u201eGallipoli\u201c, \u201eVerdun\u201c, \u201eMarne\u201c oder \u201eSomme\u201c stehen f\u00fcr bis dahin ungeh\u00f6rte Verluste. Die letztgenannte, die Schlacht an der Somme, die 1916 vom 1. Juli bis zum 18.\u00a0November dauerte, war mit \u00fcber einer Million get\u00f6teten, verwundeten und vermissten Soldaten die verlustreichste Schlacht der Westfront w\u00e4hrend des Ersten Weltkriegs. Alleine am ersten Tag wurden von den etwa 120.000 britischen Soldaten, die am ersten Tag der Somme-Schlacht die deutschen Stellungen angriffen, wurden \u00fcber 19.000 get\u00f6tet, davon alleine 8.000 in der ersten halben Stunde, und fast 36.000 verwundet.<\/p>\n<p>Pr\u00e4sident Wilson rief zur Teilnahme am Kreuzzug der \u201efriedensliebenden\u201c Demokratien gegen die \u201emilit\u00e4risch-aggressiven\u201c Autokratien der Erde auf.<\/p>\n<p>\u00c0 propos \u201eNeutralit\u00e4t\u201c. Die Schweiz war neutral. Auch Belgien war neutral, und doch war es das erste Land, das von den deutschen Truppen angegriffen wurde. Jeder Widerstand wurde mit brutaler H\u00e4rte niedergeschlagen. Die erbarmungslose Gewalt auch gegen die Zivilbev\u00f6lkerung f\u00fchrte erst recht in Grenzgemeinden, wie Rafz, zu Verunsicherung und Angst.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Doch, auch wenn unsere Armee bereit war, f\u00fcr die Sicherheit und Freiheit unseres Landes einzustehen, herrschte grosse Furcht. Die Schweiz war schon damals eine Insel in einer brennenden Welt. Und, wie gesagt, niemand vermochte 1917 zu sagen, wie der Konflikt ausgehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zwar liess der Kriegseintritt der Amerikaner an der Westfront Hoffnung aufkommen, doch daf\u00fcr bereitete die Entwicklung im Osten in Russland grosse Sorgen:<\/p>\n<p>In Z\u00fcrich lebte zu dieser Zeit der russische Berufsrevolution\u00e4r Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt \u201eLenin\u201c im Exil. In der Absicht, die Revolution zu befeuern und Russland zu einem Separatfrieden zu bewegen, liess ihn das deutsche Reich in einem plombierten Sonderzug nach Russland reisen, wo er sich umgehend mit grossem Elan an sein zerst\u00f6rerisches Werk machte. Von einem Erfolg w\u00fcrden einerseits die Achsenm\u00e4chte profitieren. Andererseits stellte ein Sieg der Bolschewiken eine zus\u00e4tzliche Bedrohung dar. Auch in den Staaten Westeuropas wuchs eine starke Linke heran, die mit der Revolution lieb\u00e4ugelte.<\/p>\n<p>Die Verunsicherung wuchs auch in der Schweiz. Das soziale Klima verschlechterte sich w\u00e4hrend des Krieges aus verschiedenen Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>Die Verknappung der Lebensmittelimporte, die Rationierung und die massive Teuerung sowie der Lohnausfall w\u00e4hrend des Aktivdienstes f\u00fchrten in den \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten zu harten Notlagen.<\/p>\n<p>Unwille \u00fcber Kriegsgewinnler in Industrie und Landwirtschaft und pazifistische Str\u00f6mungen (Max Daetwyler, Romain Rolland) bei einem Teil der Linken machten sich breit.<\/p>\n<p>Gefordert wurden speziell die 48-Stunden-Arbeitszeit und die Proporzwahl zugunsten der Sozialdemokratie f\u00fcr den Nationalrat. Die Schweiz war im sp\u00e4ten 19. und fr\u00fchen 20. Jahrhundert in Bezug auf die Streikt\u00e4tigkeit im internationalen Vergleich keineswegs Sonderfall: Das B\u00fcrgertum f\u00fcrchtete sich vor den \u201eRoten\u201c, die bereits die Strassen in Beschlag nahmen.<\/p>\n<p>Die Notlage, politische Agitation und sozialistische Revolutionen im Ausland f\u00fchrten 1918 zum Landesstreik, einem Generalstreik, an dem sich vom 11. bis zum 14. November 1918 gegen 250.000 Arbeiter und Gewerkschafter aus der ganzen Schweiz beteiligten. Der eilig aufgebotene milit\u00e4rische Ordnungsdienst f\u00fchrte zu einem raschen Zusammenbruch der Streikbewegung. In Grenchen waren drei Tote zu beklagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Die Z\u00fcrcher SVP ist also \u2013 wie auch schon die Schweiz \u2013 in einer \u201earglistigen Zeit\u201c, in einer Situation grosser Not, entstanden. Besonders f\u00fcr die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung war die Zeit schwer: Seit dem Ausbau der Eisenbahnen in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts steckte der Bauernstand in der Krise.<\/p>\n<p>Billiges ausl\u00e4ndisches Getreide \u00fcberschwemmte den einheimischen Markt. Missernten und die Einschleppung verheerender Rebsch\u00e4dlinge versch\u00e4rften die Lage zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<ul>\n<li>Auf der einen Seite geh\u00f6rten m\u00e4chtige Industrie-, Finanz- und Eisenbahnbarone zu den Hauptgewinnern jener Zeit.<\/li>\n<li>Auf der anderen Seite organisierten sich sozialistische Gewerkschaften und die sozialdemokratische Partei.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Z\u00fcrcher Bauer schrieb 1919: \u201eDie Sozialisten wollen billige Lebensmittel, und zwar um jeden Preis, also auch dann, wenn die b\u00e4uerliche Bev\u00f6lkerung dabei zugrunde geht.\u201c<\/p>\n<p>In den Vertretern des Kapitals und der Grossindustrie sah die Bauernpartei eine ebenso grosse Gefahr f\u00fcr den Weiterbestand der Bauernschaft.<\/p>\n<p>\u201eAuch jene wollen billige Lebensmittel, denn \u2019billige Lebensmittel und billige Arbeitskr\u00e4fte bringen hohen Kapitalgewinn\u2019 sagen sich die Herren.\u201c<\/p>\n<p>Trotz der dr\u00fcckenden Lage war die Landbev\u00f6lkerung in sich nicht geeint. Politisch bek\u00e4mpfte sich der b\u00e4uerlich-l\u00e4ndliche Mittelstand oft in unterschiedlichen Parteilagern: Die einen stimmten mit den Freisinnigen, die andern f\u00fcr die Demokraten.<\/p>\n<p>Doch konnten und wollten diese beiden Parteien die Sorgen der Landbev\u00f6lkerung je l\u00e4nger je weniger aufnehmen und vertreten: Nach Meinung unserer Parteigr\u00fcnder vertraten die Demokraten vorwiegend die Interessen von \u201efest besoldeten Theoretikern\u201c, und die Freisinnigen waren \u201ezu tr\u00e4ge, um sich gegen den freiheitsfeindlichen Sozialismus entschieden zu wehren\u201c.<\/p>\n<p>Sie sehen: Hier haben wir die beiden Lager, zwischen denen sich die SVP fortan bewegen sollte.<\/p>\n<p>Von Anfang an musste sich die Bauernpartei gegen den Vorwurf der Medien und anderer Parteien wehren, bloss als Vertretung einer Berufsgruppe egoistische Interessenpolitik zu betreiben. Nach dem Erfolg bei den ersten Kantonsratswahlen war das Medienecho umso giftiger und der Neid der anderen Parteien umso gr\u00f6sser.<\/p>\n<p>Sie sehen: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Der Neid ist auch heute nicht geringer geworden.<\/p>\n<p>Doch die Bauernpartei galt von Anfang an auch als gl\u00fchendste Verfechterin der Landesverteidigung und entschiedene Verteidigerin der Demokratie, in der sie einen \u201efesten Eckpfeiler des Staates zum Nutz und Frommen aller\u201c sahen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnder der Z\u00fcrcher SVP sahen mit Sorge, wie die B\u00fcrgerlichen (damals die Freisinnigen und die Demokraten) nach links schielten. So beklagte der \u201eZ\u00fcrcher Bauer\u201c drei Jahre vor der Parteigr\u00fcndung \u2013 bei den Nationalratswahlen 1914:<\/p>\n<p><em>\u201eIn Winterthur zeigten die B\u00fcrgerlichen klar und deutlich, dass sie lieber mit der sozialistischen Partei zusammenspannen als mit den Bauern. Bei gleichem Anlass in Z\u00fcrich haben wir erfahren, dass die B\u00fcrgerlichen \u00fcberhaupt dem Land keine Vertretung g\u00f6nnen, wo sie in st\u00e4dtischer Mehrheit sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Es brauchte darum eine neue Kraft zwischen den beiden Lagern. Drei Hauptbeweggr\u00fcnde sind bei der Geburtsstunde der Schweizerischen Volkspartei klar auszumachen. Es sind:<\/p>\n<ul>\n<li>Klassische standespolitische Interessen<\/li>\n<li>Die Sammlung der bodenst\u00e4ndigen, heimatverbundenen, freiheitsliebenden Kr\u00e4fte in der bewegten Zeit des 1. Weltkrieges und am Vorabend der sozialistischen Revolution in Russland<\/li>\n<li>Es ging um den Wert der Schweiz, um die Werte Heimat, Familie, Arbeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Gr\u00fcnderv\u00e4ter sahen sich \u2013 wie sie erkl\u00e4rten \u2013 als Partei des \u201evaterlandstreuen und bodenst\u00e4ndigen Z\u00fcrchervolkes\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kam es in der Geschichte der SVP auch immer wieder zu R\u00fcckschl\u00e4gen. Schon Mitte der 20er Jahre ereilte auch die Bauernpartei das, was alle Parteien immer wieder durchzustehen haben: Querelen, Auseinandersetzungen und Spaltungen. Dies war jeweils dann der Fall, wenn man sich von den klaren programmatischen Grunds\u00e4tzen abzuwenden begann.<\/p>\n<p>Immer wieder fanden sich gl\u00fccklicherweise aber auch starke Pers\u00f6nlichkeiten, die das Schiff wieder auf Kurs brachten: Vor Christoph Blocher, der 1977 Pr\u00e4sident der Kantonalpartei wurde, war das 1925 der St\u00e4fener Rudolf Reichling, der die Anliegen seiner Vorg\u00e4nger \u00fcbernahm und die patriotische Ausrichtung verst\u00e4rkte. Der politische Gegenentwurf zum freiheitlich-Konservativen war f\u00fcr ihn der Sozialismus. Hauptgegner war also die Linke, heute w\u00e4ren dies Sozialdemokraten und Gr\u00fcne.<\/p>\n<p>Das hiess in einem Satz: <em>&#8222;Alle Bauern, Handwerker, Gewerbetreibende, sowie die auf vaterl\u00e4ndischem Boden stehendem und dem Grundsatz des Privateigentums huldigenden Intellektuellen, Angestellten und Arbeiter wollen von ihr gesammelt werden zu vereinter Arbeit f\u00fcr das Gesamtwohl.&#8220; <\/em>\u2013 Daran ist nicht das Geringste extrem. Extrem m\u00fcssen aber die Zeiten sein, in denen als extrem verunglimpft wird, wer f\u00fcr solche Werte einsteht.<\/p>\n<p>Die Z\u00fcrcher SVP wurde so immer mehr zur Partei all jener Leute, die mit beiden Beinen im Leben stehen und ihren Alltag stets aufs Neue erfolgreich bew\u00e4ltigen. Die Z\u00fcrcher Schweizerische Volkspartei wurde immer mehr zur Partei des Mittelstandes und der arbeitenden Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Christoph Blocher formulierte es einmal so: Wir stehen f\u00fcr den Mittelstand, das sind alle, die reich genug sind, um nicht von der F\u00fcrsorge abh\u00e4ngen zu m\u00fcssen, und zu arm um ihr Geld nach Monaco bringen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>So viel hat sich auch bis heute nicht ge\u00e4ndert. Es ist so: Die ewige politische Grundfrage bleibt:<\/p>\n<p>Wie viel Staat braucht der Mensch? Wie viel Staat \u2013 wie viel Freiheit wollen wir?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">*<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tze bleiben bestehen \u2013 sonst w\u00e4ren sie keine Grunds\u00e4tze. Die SVP ist die Partei der Grunds\u00e4tze. Darin liegt ihre Glaubw\u00fcrdigkeit und Kraft.<\/p>\n<p>1922 trat die Bauernpartei mit folgenden Schlagw\u00f6rtern in den Nationalratswahlkampf: \u201eBauernpolitik ist eine Politik der Arbeit\u201c, \u201eKampf gegen Rot\u201c und \u201eVerteidigung unserer Volksrechte\u201c.<\/p>\n<p>M\u00fcssten wir heute ein Komma daran \u00e4ndern? Nein. Grunds\u00e4tze bleiben bestehen und f\u00fcr Grunds\u00e4tze steht man ein.<\/p>\n<p>Zu den Kantonsratswahlen von 1932 trat die Bauernpartei mit der Parole an: &#8222;F\u00fcr Sicherheit, Ruhe und Ordnung, f\u00fcr einen einfachen, gesunden Finanzhaushalt, f\u00fcr eine entschiedene vaterl\u00e4ndisch-b\u00fcrgerliche Politik&#8220;<\/p>\n<p>M\u00fcssten wir an dieser Parole einen Buchstaben \u00e4ndern? Nein.<\/p>\n<p>Schon die jugendliche Bauernpartei ruhte in ihren Grunds\u00e4tzen und konnte so auch sp\u00e4ter allen totalit\u00e4ren Versuchungen widerstehen. Sie musste sich zwischen den Extremen bewegen. Besonders aktuell war dies dann in den 30er-Jahren, als die Partei festlegte:<\/p>\n<p><em>&#8222;Nicht Sichel und Hammer und nicht das Hakenkreuz, nicht das Dogma einer Partei und nicht die staatliche Diktatur k\u00f6nnen unsere Losung sein&#8220;. Scharen wir uns entschlossen unter dem weissen Kreuz im roten Feld, dem Symbol der Demokratie, dem Zeichen der inneren Verbundenheit und der gegenseitigen Verantwortung. In diesem Zeichen werden wir den politischen Gegner \u00fcberwinden und siegen!&#8220;<\/em> \u2013 So das Bekenntnis im Jahr 1933 \u2013 im Jahre der Macht\u00fcbernahme durch Hitler.<\/p>\n<p>Ein Ausrutscher soll hier allerdings nicht unerw\u00e4hnt bleiben: F\u00fcr die Z\u00fcrcher Gemeinderatswahlen von 1933 gingen die b\u00fcrgerlichen Parteien, zu denen auch die BGB als Juniorpartner geh\u00f6rte, mit den Frontisten eine Listenverbindung ein.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diesen Schritt liegen nicht in einer Verbundenheit zu den allgemeinen Zielen der Nationalsozialisten, wohl aber in der gemeinsamen Ablehnung, des Kommunismus, bzw. des Bolschewismus, der vom B\u00fcrgertum als grosse Bedrohung betrachtet wurde.<\/p>\n<p>Ferner ist zu bemerken, dass zu diesem Zeitpunkt, also fast sechs Jahre vor dem 2.\u00a0Weltkrieg, niemand ahnen konnte, was noch auf die Welt zukommen w\u00fcrde. Im \u00dcbrigen befand sich die Bauernpartei damals \u201ein guter Gesellschaft\u201c: Auch die Freisinnigen gingen diese Listenverbindung ein, und sogar die NZZ, die wenig sp\u00e4ter unter Chefredaktor Willy Bretscher eine dezidiert nazi-kritische Haltung einnahm, hiess sie gut.<\/p>\n<p>Von Bretschers Nachfolger, dem gleichfalls legend\u00e4ren Fred Luchinger, stammt ein Zitat, das ich zu meinem politischen Credo gemacht habe: \u201eFreiheit ist der einzige Wert, der es rechtfertigt, daf\u00fcr extrem zu werden.\u201c Und tats\u00e4chlich: Wenn es heute Leute gibt, die uns als Extremisten beschimpfen, weil wir f\u00fcr Freiheit und Eigenverantwortung einstehen, dann sind diese das Problem \u2013 nicht wir.<\/p>\n<p>Ich zitiere zum Schluss noch ein Werbeflugblatt der Bauernpartei aus dem Jahr 1919:<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ihr wollt arbeiten und leben;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr hasst das Saugen an der Staatskrippe.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr wollt ein einfaches, sittlich kr\u00e4ftiges Schweizervolk: Menschen mit eigener Arbeits- und Verantwortungsfreude!<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr bek\u00e4mpft die Ausw\u00fcchse des Kapitalismus und verdammt die zertr\u00fcmmernden Wahnideen der Sozialisten.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr verlangt einen festen Kurs in der Politik und duldet kein Wanken zwischen der vaterl\u00e4ndisch-b\u00fcrgerlichen und der sozialistischen Politik.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr duldet das Verschleudern der Staatsgelder durch eine leichtsinnige Geldverteilerei und eine ruinierende Lohnpolitik nicht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr fordert einen sparsamen Haushalt des Staates und des Bundes.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ihr verwerft das staatliche Eingreifen in Eure Betriebe, weil es den Bureaukratismus gross z\u00fcchtet und die eigene Verantwortung l\u00e4hmt.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Sie sp\u00fcren es. \u2013 Seit hundert Jahren muss sich die SVP zwischen Extrempositionen behaupten. Auch heute m\u00fcssen wir manchmal Positionen\u00a0 einnehmen und Forderungen erheben, f\u00fcr die wir kritisiert werden. Extrem sind wir deswegen nicht, denn wir stehen auf einem grundsoliden Fundament.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber 100 Jahren steht die schweizerische Volkspartei f\u00fcr die ewig gleichen Werte: Freiheit des Individuums gepaart mit Eigenverantwortung und f\u00fcr einen eigenst\u00e4ndigen\u00a0 Weg der Schweiz &#8211; unabh\u00e4ngig und neutral.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1039,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_exactmetrics_skip_tracking":false,"_exactmetrics_sitenote_active":false,"_exactmetrics_sitenote_note":"","_exactmetrics_sitenote_category":0,"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2}},"categories":[1],"tags":[717,212,237,88,211,716],"class_list":["post-494857","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-bauernpartei","tag-neutralitaet","tag-schweiz","tag-svp","tag-unabhaengigkeit","tag-weltkrieg"],"jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i0.wp.com\/www.zanetti.ch\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/image-1.jpeg?fit=3264%2C2448&ssl=1","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p6ORi5-24Jz","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/494857","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=494857"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/494857\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":494859,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/494857\/revisions\/494859"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1039"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=494857"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=494857"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.zanetti.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=494857"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}