{"id":495273,"date":"2024-04-08T22:42:37","date_gmt":"2024-04-08T20:42:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=495273"},"modified":"2024-04-08T22:58:03","modified_gmt":"2024-04-08T20:58:03","slug":"ein-kaleidoskop-wider-das-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zanetti.ch\/?p=495273","title":{"rendered":"Ein Kaleidoskop wider das Vergessen"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeit heilt alle Wunden, heisst es. Annette Creft will verhindern, dass das auch f\u00fcr die Wunden gilt, die unsere Politikern und \u00abExperten\u00bb mit ihren Massnahmen gegen die Corona-Pandemie geschlagen hat. Sie hat dazu ein Buch herausgegeben mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.epubli.com\/shop\/wir-vergessen-nicht-9783758430305\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abWir vergessen nicht \u2013 was wir in der Coronazeit erlebt haben\u00bb<\/a>. \u00dcber 60 Personen schildern darin ihre Erlebnisse, aus einer Zeit, an die wir uns mittlerweile erinnern, als handelte es sich um ein St\u00fcck absurdes Theater.<!--more--><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" id=\"product_coverUri_large\" class=\"product_coverUri_large e_image alignright\" src=\"https:\/\/www.epubli.de\/shop\/buch\/144231\/cover\/front\/800\" width=\"254\" height=\"361\" \/><\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, dass das Versagen der politischen Klasse und ihrer Helfer in Kirche und Unterhaltungsindustrie zwar noch fetzenweise, aber doch immer klarer zu Tage tritt, werden bereits Stimmen laut, man m\u00fcsse sich nun den Herausforderungen der Zukunft stellen und die Vergangenheit ruhen lassen. Ein Politiker forderte bereits eine Generalamnestie \u2013 nachdem sie noch vor Kurzem behaupteten, jede Massnahme sei rechtens gewesen. Wozu braucht ein Amnestie, wer sich nichts zu Schulden kommen liess?<\/p>\n<p>Die gleichen Leute, die sich gerade von einem Gesetz \u00abDemokratief\u00f6rderung\u00bb versprachen, hatten kein Problem, als der Bundeskanzler S\u00e4tze \u00e4usserte wie: \u00abEs darf keine roten Linien geben, das hat uns diese Pandemie nun wirklich gezeigt\u00bb oder: \u00abWir m\u00fcssen immer bereit sein umzudenken, wenn die Umst\u00e4nde es erfordern.\u00bb \u2013 Solch plumper Dialektik h\u00e4tte jeder Demokrat entgegentreten m\u00fcssen! Das ist\/w\u00e4re wehrhafte Demokratie. Denn ein Grundgesetz ist eine rote Linie, an die sich insbesondere der Regierungschef und seine Minister zu halten haben, und es ist in einer Demokratie garantiert nicht deren Aufgabe, unter Berufung auf ein vermeintlich n\u00f6tiges Umdenken, geltendes Recht umzudeuten oder ausser Kraft zu setzen.<\/p>\n<p>Der durch einen entfesselten Staat angerichtete Schaden ist enorm. Seine h\u00f6chsten Vertreter spendeten nicht Trost und Zuversicht, sondern s\u00e4ten Angst und Zwietracht. Daran zerbrachen Freundschaften und Familien. W\u00e4hrend der so genannten Corona-Pandemie wurden Grund- und Freiheitsrechte reihenweise verletzt. Dabei berief sich die Regierenden regelm\u00e4\u00dfig auf \u00ab\u00fcbergeordnete Interessen\u00bb oder auf die Vielzahl von Menschenleben, die durch ihre Ma\u00dfnahmen gerettet w\u00fcrden. Sie nahmen dabei einen unzul\u00e4ssige G\u00fcterabw\u00e4gung vor. Unzul\u00e4ssig deshalb, weil die Menschenw\u00fcrde unantastbar ist, und die Waagschale sich darum immer zu ihren Gunsten senkt. Es ist dem Staat kategorisch untersagt, den Wert von Menschenleben gegeneinander aufzuwiegen. Tut er es dennoch, verletzt er die W\u00fcrde von Menschen.<\/p>\n<p>Es ist Annette Crefts Verdienst, Geschichten aus jenen dunklen Tagen gesammelt und in gut lesbarer Form verf\u00fcgbar gemacht zu haben. In ihrem nicht ganz 200 Seiten starken Buch werden teilweise groteske Szenen in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln oder am Arbeitsplatz geschildert. Mit brutaler Sachlichkeit beschreibt eine Frau den Leidensweg ihrer Mutter im Spital. Wir erinnern uns wieder an die Grosseltern, die Ihren Enkeln durch eine Plastikplane zuwinken mussten. Wir denken an das kleine Kind, dem eingeredet wurde, die Oma werde sterben, wenn sie sich zusammen im gleichen Raum aufhielten.<\/p>\n<p>Solche Geschichten sind wichtig. Sie sind Teil der Erinnerungskultur und sie tragen dazu bei, die Forderung nach einer gr\u00fcndlichen Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der Zeitgeschichte zu verst\u00e4rken. Denn bekanntlich brauchen Politiker manchmal \u00f6ffentlichen Druck, um das Richtige zu tun.<\/p>\n<hr \/>\n<p><span id=\"epubli_prod_author_desc\">Annette Creft ist Autorin und Texterin und bringt gern die Dinge auf den Punkt. In den sozialen Medien \u00e4u\u00dferte sie sich w\u00e4hrend der Coronazeit kritisch gegen\u00fcber den Ma\u00dfnahmen und thematisierte die Spaltungstendenzen in Artikeln und Kommentaren. Als Autorin analysiert sie totalit\u00e4re Strukturen in der Gesellschaft. In ihrer Freizeit schwimmt sie gerne, kocht oder geht ihrem Hobby der Naturfotografie nach.<\/span><\/p>\n\n<div class=\"twitter-share\"><a href=\"https:\/\/twitter.com\/intent\/tweet?via=zac1967\" class=\"twitter-share-button\" data-size=\"large\">Twittern<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeit heilt alle Wunden, heisst es. Annette Creft will verhindern, dass das auch f\u00fcr die Wunden gilt, die unsere Politikern und \u00abExperten\u00bb mit ihren Massnahmen gegen die Corona-Pandemie geschlagen hat. 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