Seien Sie Egoist!

Würden Sie eine Aktie kaufen, bloss weil diese in der Vergangenheit gut „performt“ hat? Wohl kaum. Der Blick zurück mag zwar durchaus einige Hinweise und Entscheidungshilfen liefern, doch ausschlaggebend sind am Ende die Erwartungen an die zukünftige Entwicklung. Der amerikanische Komiker Groucho Marx brachte das treffend auf den Punkt, als er rhetorisch fragte: „Warum soll ich eine Aktie kaufen, die Du mir verkaufen willst?“

Mit der Politik verhält es sich genau gleich: Der kluge Wähler betrachtet den Wahltag nicht als Zahltag. Warum sollte er sich auch als strafender oder lobender Samichlaus mit Fitze und Mandarinen aufführen? Genau wie der Anleger, der an der Börse investieren will, denkt der kluge Wähler in erster Linie an sich. Auch er schaut in die Zukunft und überlegt, welcher Partei er am ehesten zutraut, die Probleme zu lösen, die ihm am meisten Sorge bereiten. Zurückblickend interessiert ihn nur, ob eine Partei ihre Wahlversprechen eingehalten hat – und darum gewachsen ist.

Wer als Schweizer genug davon hat, immer mehr arbeiten zu müssen, um für einen wuchernden Bürokratenstaat aufzukommen, wird seine Stimme der SVP geben. Wer will, dass im Asyl- und Ausländerwesen Ordnung geschaffen wird, wird seine Stimme der SVP geben. Und schliesslich werden auch all diejenigen SVP wählen, denen unser Land mit seiner direkten Demokratie am Herzen liegt, und die darum einen EU-Beitritt ablehnen.

Wer SVP wählt, tut dies in der Gewissheit, dass der SVP ihre Wahlversprechen heilig sind. Wie keine andere Partei macht sie sich schon am Tag nach der Wahl an die Umsetzung all dessen, was sie vor der Wahl versprochen hat. Genau das darf der Wähler mit Fug und Recht erwarten.

5 Gedanken zu „Seien Sie Egoist!“

  1. Wenn man euer Parteiprogramm anschaut, stösst man vor allem auf Widersprüche. Da ist es kein Wunder, dass man ein Versprechen oder sein Gegenteil verwirklichen kann.

    Da heisst es etwa: «Der Filmemacher Mike Eschmann erhielt für sein frauenverachtendes, gewaltverherrlichendes Werk „Breakout“ von der Filmförderung xxxxx Franken.»

    Soso, und in der NZZ am Sonntag haben die Herren Mörgeli und Blocher das frauenverachtende, gewaltverherrlichende Werk „Sennentuntschi“ über den grünen Klee gelobt. Das eine ist wohl „entartete Kunst“, das andere ist ein Stück „Swissness“…

  2. Schweizer wählen SVP. Man sieht, was man mit der SVP für eine Politik wählt: die der Politischen Korrektheit sowie des verordneten Anstands & der Stildiskussionen. Herr Zanetti versuchte kürzlich in der Ratsdebatte meinen Namensvetter zu zensieren. Sobald man die Dinge beim Namen nennt, werden die rechtskonservativen Gutmenschen noch aggressiver, als sie sonst schon sind, und versuchen jene, die die Wahrheit sagen, auszuschalten. Der Stalinismus lässt grüssen.

  3. Die SVP ist eine Partei, die nicht alle paar Wochen die Positionen wechselt, ja nach Windrichtung. Solche Parteien gibt es in der Schweiz und zwar mind. 2: Die eine beginnt mit „C“, was „christliche“ heissen soll (hat da jemand gelacht ?), die andere mit „F“, was „freisinnig“ heissen soll. Die SVP muss nur in 1 Beziehung aufpassen: Bei der moralischen Integrität ihrer Kandidaten. Im Luzernischen gab es einen Kantonratskandidaten mit falschem Lizenziatstitel und in Zürich einen mit falschem (viel steuergünstigerem) Wohnort. Solche Mauscheleien sollt die Partei nicht tolerieren.

  4. Noch schlimmer, Herr Stamm: Beim Minarettverbot wurde ein falscher Professor in den «Club» geschickt und bei Schengen/Dublin hat man Schauspieler als vermummte Polizisten auftreten lassen. Dass SVPler häufig zurückgebliebene Plapperis ohne Leistungsausweis (die dafür aus Neid umso lauter fähigere Leute als «die da oben», «abgehoben» oder «weltfremde Akademiker» bezeichnen, wie sie schon in der Schule anderen «Streber» nachgerufen haben) sind, konnte man kürzlich auch bei der Wahl fürs Aufsichtsgremium der ZKB erleben.

  5. Der nächste Plapperi, der der SVP nahesteht, wurde heute entlarvt. Es handelt sich um den Wirtschaftsprofessor Bruno S. Frey.

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