CC-Talk vom 28. Oktober 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/101028_politalk.flv 480 310]
SP-Steuerinitiative

Ist unser Steuersystem ungerecht? Zahlen die Superreichen zu wenig Steuern? Die SP meint ja und hat daher ihre sogenannte Steuergerechtigkeitsinitiative lanciert, über welche das Volk am 28. November abstimmt. Sollte die Initiative angenommen werden, würden den Kantonen Minimalsteuersätze für Reiche vorgeschrieben. Damit würde der Steuerwettbewerb weitgehend ausgeschaltet. Die Gegner der Initiative befürchten dadurch unter anderem ein Abwandern von reichen Ausländern aus der Schweiz, was zu höheren Steuern für alle führen könnte. Steuerinitiative – ja oder nein? Darüber diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Gästen: Cédric Wermuth (Präsident JUSO, Vizepräsident SP-Schweiz) und Alfred Heer (Nationalrat und Präsident der SVP des Kantons Zürich, sowie Präsident des Bundes der Steuerzahler).

CC-Talk vom 21. Oktober 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/101021_politalk.flv 480 310]
Ausschaffungsinitiative – der Gegenvorschlag

Am 28. November stimmt das Schweizer Stimmvolk über die SVP-Ausschaffungsinitiative und den Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament ab. Sollen schwerkriminelle Ausländer ausnahmslos ausgeschafft werden oder muss nicht viel eher bei der Ausländerintegration angesetzt werden? Ist der Gegenvorschlag ein guter Schweizer Kompromiss oder schafft er neue Probleme? Über diese Fragen diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit dem Berner SVP-Nationalrat Adrian Amstutz und mit der Aargauer CVP-Nationalrätin Esther Egger.

Wo er Recht hat, hat er Recht

Bundesrat Moritz Leuenberger hält nichts von einer Systemreform. Die Schweiz sei politisch bereits gut gerüstet – das System effizient und schnell.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Er hat Recht. Zwar verletzt Leuenberger mit dieser Stellungnahme das Kollegialitätsprinzip, aber er hat Recht, und der Bundesrat liegt falsch, wenn er das Amt des Bundespräsidenten auf zwei Jahre ausdehnen will.

Nach schweizerischer Staatskonzeption ist der Bundespräsident ein „primus inter pares“, der Erste unter Gleichen. Und wenn es in den vergangenen Jahren Probleme gab, so waren diese jedesmal darauf zurückzuführen, dass einige vergassen, dass der Bundesrat eine dienende Funktion hat, und sich ins selbst Rampenlicht drängten. Eine Stärkung des Bundespräsidiums würde dieser Unsitte noch Vorschub leisten.

Die FDP schafft in der Europafrage Klarheit – vorübergehend

Wir stehen vor einem Wahljahr. Am 23. Oktober 2011 werden die Eidgenössischen Räte neu bestellt. Und wie es derzeit aussieht werden zwei Themenkomplexe den Wahlkampf dominieren – und entscheiden: „Ausländerkriminalität und Asylrechtsmissbrauch“ sowie „EU-Beitritt“. Bei beidem haben nur zwei politische Lager eine klare Haltung. Die internationalistische Linke will Grenzen niederreissen, Verantwortung kollektivieren und jeden, dem es hier gefällt, mitsamt Familie einreisen lassen. Mörder und Vergewaltiger des Landes zu verweisen, wird als unmenschlich abgelehnt. Wenn einer hier kriminell wird, so liegt das ihrer Meinung nach daran, dass sich die Schweiz zu wenig um Integration bemüht hat. Auf der anderen Seite hält die SVP die Fahne der nationalen Volks-Souveränität hoch. Sie will weder die direkte Demokratie noch die Neutralität preisgeben und der Bevölkerung keine Verdoppelung der Mehrwertsteuer zumuten. Sie ist darum gegen den Beitritt zur EU. Aus den gleichen Motiven leitet die Volkspartei auch ihre Haltung in der Ausländer- und Asylpolitik ab: „Hier gelten unsere Regeln! Wer hier leben will, hat sich diesen anzupassen!“

Dazwischen findet sich „die Mitte“, die krampfhaft nach einem ominösen „dritten Weg“ sucht und sich nur mittels Fusionen und der Bildung von Fraktionsgemeinschaften über Wasser zu halten vermag. Vermutlich ist das der Grund dafür, dass ihre Positionen so wässrig sind. „Die Mitte“ will es allen recht machen. Genau wie im Berner „Burebüebli: „Mau ufe, mau abe, mau linggs, mau rächts, mau füre, mau hingere, mau linggs, mau rächts…“ Wer nach 162 (FDP), bzw. 119 (CVP) Jahren noch nicht begriffen hat, dass man die auf dem Abstimmungszettel gestellte Frage mit „ja“ oder „nein“ beantworten muss, hat unter den gegebenen Voraussetzungen natürlich ein Problem. Das hat mittlerweile auch Fulvio Pelli erkannt, unter dessen Präsidentschaft die zur „FDP.Die Liberalen“ fusionierten Freisinnigen den niedrigsten Wähleranteil in ihrer Geschichte erreicht haben.

Die Freisinnigen treffen sich heute in Herisau zur Delegiertenversammlung. Es gilt, ein Positionspapier zu verabschieden, das den sexy Titel trägt: „Die Schweiz in einer globalisierten Welt – Selbstbewusste Aussenpolitik, Freihandel und aktive Vermittlung zwischen Konfliktparteien.“ Den Konflikt mit Christian Levrat hat Pelli – ohne Vermittlung Toni Brunners – bereits beendet. Jetzt will er auch noch den parteiinternen „Europa-Graben“ zuschütten. EWR- und EU-Beitritt sollen kein Ziel mehr sein. Doch Pelli wäre nicht Pelli, und die FDP.Die Liberalen nicht die FDP.Die Liberalen, wenn sie das auch so klar sagen und beschliessen würden. Wörtlich heisst es im Positionspapier: „Weder eine „Abschottung in einem Alleingang“, noch ein EU- oder EWR-Beitritt sind aktuelle Optionen.“ – Das mit dem „Alleingang“ ist Unfug. Niemand will das. Genauso so obsolet wäre die Aussage: „Die Verlegung des Bundeshauses nach Dagmarsellen ist keine Option.“ Viel wichtiger ist allerdings das Wörtchen „aktuell“, das die vermeintlich angestrebte Klarheit zunichte macht. Was heisst aktuell? Heute? Nächste Woche? Oder heisst es „bis zum 23. Oktober 2010“? Wird man nach den Wahlen für den EU-Beitritt sein, weil man ja nur „aktuell“ dagegen ist? Waren es nicht auch zwei freisinnige Bundesräte, die das Bankkundengeheimnis für „nicht verhandelbar“ erklärten?

Mit der so „geklärten“ Europa-Position werden auch die freisinnigen Euro-Turbos problemlos leben können. Unter Verweis auf veränderte Umstände werden sie frei nach Ulrich von Rudenz aus Schillers „Wilhelm Tell“ weiterhin behaupten, es sei vergebens, der EU zu widerstreben, die Welt gehöre nun einmal ihr. Und sie werden fragen, ob wir uns tatsächlich „eigensinnig steifen und verstocken, die Länderkette ihr unterbrechen, die sie gewaltig rings um uns gezogen“. Nichts Neues unter der Sonne.

Die freisinnige Familie wird also in Minne auseinandergehen, und niemand wird bemängeln, dass die Sache mit der Nato-Mitgliedschaft, die in der „Vision 2007“ in internationalistischem Übermut gefordert wurde, im neusten Wurf mit keiner Silbe erwähnt wird. Von einer wirklichen Klärung der aussenpolitischen Position kann also keine Rede sein. Es werden einmal mehr die Wählerinnen und Wähler sein, die Klarheit schaffen müssen. In einem Jahr haben sie dazu Gelegenheit.
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Erschienen in der Berner Zeitung vom 16. Oktober 2010.

CC-Talk vom 14. Oktober 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/101014_politalk.flv 480 310]
Direkte Demokratie unter Druck?

Im November 2009 hat das Schweizer Stimmvolk ein Verbot zum Bau von Minaretten in die Bundesverfassung geschrieben. Nun relativieren Regierung und Gerichte dieses Verbot auf Grund von internationalen Verträgen und anderen juristischen Argumenten. Machen in einer direkten Demokratie Volksabstimmungen überhaupt noch Sinn, wenn sie nachträglich nicht umgesetzt werden? Wird die direkte Demokratie auf diese Weise durch die Hintertür verabschiedet? Darüber diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Gästen: Ulrich Schlüer (SVP-Nationalrat) und Beat Walti (Präsident der FDP des Kantons Zürich).

CC-Talk vom 7. Oktober 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/101007_politalk.flv 480 310]
SRG Monopol und Zwangsgebühren

Alle Schweizer Haushalte und Betriebe sollen künftig Radio- und Fernsehgebühren zahlen, unabhängig davon, ob überhaupt ein Radio oder Fernseher vorhanden ist. Führt dies zu mehr Gerechtigkeit und tieferen Einzelgebühren oder wird damit auf dem kalten Weg eine neue Steuer eingeführt? Schadet das Quasi-SRG-Monopol unserer Demokratie? Darüber diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Gästen: Natalie Rickli (SVP Nationalrätin, Vizepräsidentin Aktion Medienfreiheit) und Anton Schaller (Kommunikationsberater und ehemaliger Journalist des Schweizer Fernsehens).