CC-Talk vom 26. August 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/100826_politalk.flv 480 310]Prostitution. Wohin mit dem ältesten Gewerbe?

Der Strassenstrich in den Schweizer Städten boomt. Mit den offenen Grenzen und der Ausdehnung der Personenfreizügkeit in die Oststaaten sind auch die Grenzen für die Prostitution gefallen. Städtische Quartierbewohner, z.B. in Zürich, fühlen sich unsicher und belästig. Sie klagen über Lärm und andere Emissionen. Hinzu kommt das Problem des Frauenhandels.
Prostitution und Strassenstrich – darüber diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Gästen: Rolf Vieli, Leiter des Projektes „Langstrasse Plus“ und Valentin Landmann, Milieu-Anwalt.

Rasen schlimmer als Morden und Vergewaltigen?

Wie kriminell darf man sein, um in der Schweiz bleiben zu dürfen? Ein Staat, der auf das Recht verzichtet, souverän darüber zu bestimmen, wer sich auf seinem Gebiet aufhalten darf und wer nicht, ist kein Staat mehr. In Wahrnehmung ebendieser Souveränität haben Volk und Stände am 28. November 2010 darüber zu befinden, ob in Zukunft ausländische Mörder, Räuber, Einbrecher, Vergewaltiger, Menschen- und Drogenhändler sowie Sozialbetrüger im Falle einer rechtskräftigen Verurteilung die Schweiz zu verlassen haben. Die Alternative ist, sie hierbleiben zu lassen und ihnen sämtliche Vorzüge unseres Sozialstaats zu gewähren.

Im Grunde dürfte kaum ein Entscheid leichter zu fällen sein. Der normale Bürger und Steuerzahler entscheidet sich für Ersteres. Die politische Elite für letzteres – alleine schon, weil der Antrag, über den es zu beschliessen gilt, von der SVP stammt. Einmal mehr muss zur Begründung für diese Verweigerung des Selbstverständlichen das Völkerrecht herhalten. Unsere Regierung hat die Ausschaffungsinitiative zwar genau auf diesen Aspekt hin untersucht und den Einwand abgelehnt, doch wir leben in einer Zeit, in der Nichtregierungsorganisationen mehr zu sagen haben als die Regierung. Und wenn der Friedensrat, die „Demokratischen Juristen“, „Solidarité sans frontières“ und die „Landhausversammlung“ die Stimme erheben, steht man in Bundesbern stramm. Schlägt die Hacken zusammen und brüllt: „Hier, verstanden!“ Es schlägt die Stunde der Juristen und Rechtsverdreher, und es wird das Hohelied des Rechtstaats angestimmt.

Doch nun hat die oberste Hüterin über unseren Rechtsstaat, das Bundesgericht, ein bemerkenswertes Urteil gefällt. Eines, das den eben erwähnten Genossinnen und Genossen gar nicht gefallen dürfte. Zu beurteilen war der Fall eines jugendlichen Mazedoniers, der sich mit einem Bekannten ein Autorennen mit tödlichem Ausgang lieferte. Das stellte das Bundesgericht vor ein Dilemma: Sollte es einmal mehr, um der Linken zu gefallen, einen Landesverweis aufheben, oder sollte es, ebenfalls um der Linken zu gefallen, den Familienvater, der seit über 20 Jahren in der Schweiz lebt, wegen eines Delikts, in dem eine Auto als „Tatwaffe“ zur Anwendung kommt, aus dem Land werfen? Es entschied sich für letzteres. Dabei ging es nicht um den Fall eines Mörders, Räubers, Einbrechers, Vergewaltigers, Menschen- und Drogenhändlers oder eines Sozialbetrügers. Nein! Es ging um einen Autoraser. Um ein Delikt also, das, obwohl durchaus schwerwiegend, nicht einmal Aufnahme in den Katalog der Ausschaffungsinitiative fand. Mit anderen Worten: Das Bundesgericht geht weiter als das Volksbegehren der SVP. Überspitzt könnte man sagen: „Das Bundesgericht ist mittlerweile so links, dass es die SVP rechts überholt hat.“

Gegen das Urteil ist nichts einzuwenden. Das Bundesgericht blieb hart, obwohl der Mann anführte, eine Rückkehr nach Mazedonien sei für ihn und seine Frau, die ebenfalls seit 20 Jahren hier lebt, nicht zumutbar. Auch seine Kinder, von denen das ältere die Primarschule besucht, würden durch den Umzug vollkommen entwurzelt. Während dieser Aspekt die Herzen der Bundesrichter in der Regel zu erweichen vermag, kannten sie hier keine Gnade. Der Mann habe sich „krass egoistisch und rücksichtslos“ verhalten und bekunde generell Mühe damit, die schweizerische Rechtsordnung zu respektieren. – Bemerkenswert!

Gleichwohl ist es ein politisch motiviertes Urteil. Die Richter machten sich zu Handlangern von noch-Verkehrsminister Leuenberger, der – in flagranter Verletzung des Gewaltentrennungsprinzips – unlängst von den Gerichten „konsequente und abschreckende Fantasie“ forderte, um Raser als „kriminelle Asoziale“ zu brandmarken. Genau das ist passiert. Nicht bedacht haben die Richter zu Lausanne allerdings, dass sie ihre Genossen damit des Arguments beraubten, die Ausschaffungsinitiative der SVP sei ausländerfeindlich und gehe zu weit. – Vielen Dank und herzliche Grüsse nach Lausanne.

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Erschienen in  der Berner Zeitung vom 21. August 2010.

CC-Talk vom 19. August 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/100819_politalk.flv 480 310]SVP-Volksbefragung: Mehr als ein Wahlkampfgag?

Die SVP macht derzeit eine gross angelegte Volksbefragung zum Thema Asyl- und Ausländerpolitik. Macht dies in einer direkten Demokratie, in welcher das Volk über fast alles mitentscheiden kann, überhaupt Sinn? Oder geht es hier nur um politisches Marketing für die nationalen Wahlen im nächsten Jahr? Der Rücklauf der SVP-Volksbefragung lässt in jedem Fall aufhorchen: Nach weniger als 3 Wochen haben laut Parteipräsident Toni Brunner bereits über 40‘000 Personen an der Befragung teilgenommen!
Sinn und Unsinn von Meinungsumfragen und Volksbefragungen. Darüber diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Gästen: Matthias Kappeler, Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts Isopublic und Toni Brunner, SVP-Parteipräsident.

CC-Talk vom 12. August 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/100812_politalk.flv 480 310]Junge in der Politik

Junge Menschen interessieren sich bei weitem nicht nur für Sport, Mode, Partys, Livestyle, Musik und Reisen. Es gibt viele, die sich auch für Politik interessieren und sich sogar aktiv engagieren. War die politisierende Jugend früher vor allem ein Primat der linken Parteien, sind junge Menschen heute im ganzen politischen Spektrum zu finden. Was fasziniert junge Menschen an der Politik? Was sind ihre Anliegen und Forderungen? Inwiefern bereichern sie die Politik als Ganzes? Darüber diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Jungpolitikern: Céline Staub (18J.), Co-Präsidentin Forum Jugendsession und Lukas Reimann (27 J.), Nationalrat SVP / SG.

Die Linken und ihr Privatleben

Als Simonetta Sommaruga ihre Bundesratskandidatur bekanntgab, liess sie die Öffentlichkeit als Erstes wissen, dass sie nicht nur Akten, sondern auch Romane zu lesen gedenke.

Warum kandidieren Linke überhaupt für öffentliche Ämter, wenn für sie doch die Wahrung ihrer privaten Entfaltung das Wichtigste ist? Auch in Zürich haben wir eine Stadtpräsidentin, die in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit ihr ganzes jährliches Ferienguthaben aufgebraucht hatte und sich nach ihrer Rückkehr darüber beklagte, dass ihr Privatleben zu kurz komme.

CC-Talk vom 5. August 2010

[flv:http://www.politik.ch/fs/videos/cc_talk/31100805_politalk.flv 480 310]Weder Fisch noch Vogel – braucht es die politische Mitte?

In den letzten Jahren hat in der Schweizer Politik eine Polarisierung der Positionen stattgefunden. Die Mitteparteien kamen dabei immer mehr unter Druck und verloren massiv an Wähleranteilen. Dennoch behält die Mitte ihre Macht, indem sie oft Zünglein an der Waage spielt und einem politischen Geschäft zum Durchbruch verhelfen kann. Ist es in einer Demokratie nicht problematisch, wenn eine schrumpfende Mitte in wichtigen Fragen den Ausschlag gibt? Ist die politische Mitte ein Auslaufmodell oder gehört ihr die Zukunft? Über diese Fragen diskutieren Christoph Romer und Claudio Zanetti mit folgenden Gästen: Klaus J. Stöhlker, Kommunikationsberater und Martin Baltisser, SVP-Generalsekretär.