Claudio Zanetti 

 home | Meine Webseite | politik.ch
Too Cool for Internet Explorer

Martin Bäumle als Parawissenschaftler

Bloged in Allgemein von Claudio Zanetti Dienstag März 24, 2009


In der Frühlingssession der Eidgenössischen Räte gab der grünliberale Nationalrat Martin Bäumle Folgendes zu Protokoll: „Der drohende Klimawandel hat sich trotz dem für Laien gefühlten kalten Winter gemäss meinen Wissenschaftskollegen klar verschärft.“ Für einen Atmosphärenwissenschafter ist das eine bemerkenswerte Aussage. Eine behauptete Entwicklung als wahrscheinlicher zu betrachten als eine gefühlte, stellt eine Absage an den Empirismus dar, der seinen Schwerpunkt auf die Erfahrung und sinnliche Wahrnehmung legt und damit die Grundlage der modernen Wissenschaft bildet. Dass Bäumle zudem auf seine Wissenschafterkollegen verweist und keine eigenen Befunde vorlegen kann, verdeutlicht seinen Argumentationsnotstand. Ebenso störend für Bäumles politische Ansichten ist der Umstand, dass die beim US-Senat geführte Liste der Wissenschaftler, die der Treibhaushypothese ablehnend gegenüberstehen, bereits über 700 Namen umfasst. Darüber schweigt selbst der sonst so redselige Bäumle.

Kommentare »

  1. Die Grünen stehen oder fallen mit dem Treibhauseffekt. Sonst sind sie links und das ist die traditionelle SP auch. Bäumle hat ein existentielles Interesse an der Klimaerwärmung. Der Umweltschutz wurde übrigens nicht von den Grünen erfunden: Die ersten Kläranlagen gab es vor dem Krieg, um 1956 fällte man weltweit zum ersten Mal Phosphate in der ARA Uster (Prof. E. Thomas, Kant. Labor ZH), worauf diese 3. Klärstufe überall in der Schweiz und anderswo installiert wurde, um 1970 waren ca. 95% der Schweizer an ARA angeschlossen, man kontrollierte die Oelfeuerungen und ab ca. 1974 die Industrie an der Quelle in bezug auf Abwasser und dessen Entgiftung. Und ab 1977 durften Autos nur noch mit Kat verkauft werden (in der EU etwas später). Hingegen erinnern wir uns an die jahrelange, von den Grünen losgetretene Waldsterbedebatte. Der Wald scheint immer noch zu leben. Und heute sind die Grünen zuvorderst bei der anthropogenen Klimakatastrophendebatte. Ob auch das zur umweltpolitischen Spiegelfechterei wird ?

    Trackback von Georg Stamm 29. März 2009 16:18

  2. “Der Empirismus als Grundlage der modernen Wissenschaft” - oh, du meine Güte; Claudio Zanetti als Hobbywissenschaftler!

    Trackback von Thomas Läubli 29. März 2009 17:18

  3. Hallo Herr Läubli, was bitte soll an dieser Aussage falsch sein?

    Trackback von admin 31. März 2009 17:22

  4. Da müssten Sie schon etwas tiefer in die Wissenschaftsgeschichte hineingehen. Descartes, der (angeblich) Materie und Geist getrennt hat und von den 4 Ursachen des Aristoteles nur noch die Kausalursache gelten liess und die Naturwissenschaft auf die Quantität festgenagelt hat, gilt jedenfalls (zumindest lehrbuchmässig) als Rationalist. Ebenso der Universalgelehrte Leibniz, dem wir einiges an Grundlagen in Physik und Mathematik verdanken. Auch die Begriffe «Materie», «Raum» und «Zeit» der modernen Wissenschaft beruhen nicht auf empirisch Überprüfbarem. Einstein hat seine Relativitätstheorie aus rein theoretischen Überlegungen entwickelt - die Empirie hat die Theorie schliesslich bestätigt. Ihre Aussage ist also grundsätzlich kreuzfalsch.

    Aber nun noch zu Ihrer unsäglichen Behauptung, der Laie spüre doch besser als der Wissenschaftler, was Sache sei. Ihre Behauptung schliesst vom aktuell vergangenen Winter auf die weitere Entwicklung. Das ist schon mal fehlerhafte Induktion. Wissenschaftler stützen sich auf längerfristig beobachtete Perioden. Zudem kann Klimawandel auch bedeuten, dass sich Extreme häufen (sehr kalt - sehr warm). Und es ist in der Wissenschaft üblich, dass man auf andere Statistiken verweist - man muss sie nur richtig verstanden haben (also nicht so wie bspw. Herr Schlüer mit dem Zuwachs der Muslime in der Schweiz), und ich glaube, das kann Herr Bäumle als Atmosphärenwissenschaftler hundertmal besser als Sie und ich.

    Trackback von Thomas Läubli 21. April 2009 02:31

  5. Seit wann ist denn EIN gefühlter Winter mehr Wert als die Auswertung von Klimadaten über mehrere tausend Jahre?
    Dazu ist das Wetter nicht das gleiche wie das Klima, innerhalb eines ändernden Klimas können alle möglichen Wetterphänomene, also auch ein kalter Winter vorkommen. Das Klima ist dem lokalen Wettergeschehen übergeordnet, und das erwärmt sich, egal was bei uns gerade passiert.

    Trackback von dani 10. März 2010 16:42

Einen Kommentar hinterlassen


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Powered by Wordpress, theme by Dimension 2k