Ein Qualitätsjournalist der übleren Sorte

Leo Klimm nennt sich Wirtschaftskorrespondent und schreibt für linkslastige Zeitungen, wie die „Süddeutsche“ oder den „Tages-Anzeiger“, die sich gerne „Qualitätszeitungen“ nennen. Qualität ist allerdings Herrn Klimms Sache nicht. Er will nicht informieren, sondern fühlt sich zu höherem berufen. Zur Erfüllung seiner politischen Mission biegt er die Realität gnadenlos zurecht. Egal, was Sache ist, egal, was er macht, der politische Gegner soll verunglimpft werden.

In diesem Artikel etwa fängt er schon im ersten Satz damit an, seine Leserinnen und Leser zu manipulieren: „Dieses Mal reagiert Marine Le Pen anders als nach den Attentaten vom Januar [auf die Redaktion von Charlie Hebdo]“. Etwas weiter im Text heisst es: „Auch die Einladung Hollandes zu einem Krisengespräch, die sie ebenso wie andere Vorsitzende französischer Parteien erhielt, hat die FN-Chefin am Sonntag angenommen.“

Wie mit einer blossen Internet-Recherche innert Sekunden festzustellen gewesen wäre, ist es nicht Marine Le Pen, die anders reagierte, sondern Staatspräsident Hollande und mit ihm das relevante politische Establishment. Sogar im Tages-Anzeiger, für den Klimm seinen Erguss produzierte, ist nachzulesen, dass Frau Le Pen zum letzten „Schulterschluss der Republik“ gar nicht eingeladen wurde. Nicht, weil sie vergessen ging. Sie sollte bewusst ausgegrenzt werden.

Wörtlich heisst es: „Die linken Parteien im Organisationskomitee für den grossen Trauermarsch, der am Sonntagnachmittag in Paris stattfinden soll, wollen den Front National nicht dabeihaben. Sie luden Le Pen schon gar nicht zur Planungssitzung ein, als einzige Partei. Der FN, liessen sie ausrichten, sei keine republikanische Formation. Er teile das Volk nach ethnischen und religiösen Kategorien ein, verletze damit die Ideale der Republik und habe deshalb auch keinen Platz in einer «Marche républicaine».

Das linke Wochenmagazin «L’ Obs» ging in seinem Kommentar noch etwas weiter: «Die Präsenz der extremen Rechten», schreibt einer seiner Leitartikler, «würde das Gedenken an Cabu, Charb, Wolinski und an alle anderen Opfer besudeln.» Die getöteten Karikaturisten von «Charlie Hebdo» waren erklärte Gegner des Front National, immer. Die Archive der Zeitung dienen als Testament: Die Zeichnungen über das Personal des FN waren stets besonders virulent, oft vulgär. Marine Le Pens Kandidatur bei den letzten Präsidentschaftswahlen karikierten die Satiriker als rauchendes Exkrementhäufchen.“ – Der gute Stil, der die hiesige Linke auszeichnet, hat also auch in Frankreich seine Anhänger.

Immerhin ist anzumerken, dass es Oliver Meiler, dem TA-Korrespondenten in Paris nicht ganz wohl war, als er über das undemokratische Vorgehen schrieb. Er empört sich zwar über Le Pens Äusserungen, zitiert sie aber immerhin korrekt. Und diese Zitate lesen sich heute wie Prophezeiungen. Das wäre doch einmal ein Thema für einen Qualitätsjournalisten.

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