Alleweil besser als Obama

Um es vorweg zu nehmen: Ich wünsche mir keinen Bundesrat Donald Trump. Gleichwohl verfolge ich das Wahlgeschehen in den USA mit Interesse, ja einer gewissen Faszination. Es ist ja auch beeindruckend, wie einer innert weniger Monate alles über den Haufen wirft, was in der PR-Branche als ausgemacht galt. Heerscharen von „Experten“ und Qualitätsjournalisten haben vergessen, dass sich die Wähler nicht für Belanglosigkeiten interessieren. Sie kümmert nicht Frisur, Geschlecht, Hautfarbe oder Alter. Sie wollen, dass es ihnen in vier Jahren besser geht als heute. Punkt.

Trumps Erfolg ist in erster Linie ein Symptom für die Ernüchterung der Amerikaner nach acht Jahren Obama. Einst als Heiland gepriesen, ist es diesem nicht gelungen, das Leben der Menschen zu verbessern. Die bereits vorher gigantische Staatsverschuldung hat sich unter ihm nahezu verdoppelt. Die Wirtschaft kommt nicht in Schwung. Amerikas Kriege werden mehr verwaltet, anstatt so geführt, dass man glaubt, der „commander in chief“ wolle sie gewinnen. Wie das geht, zeigt dafür gerade Putin in Syrien. Und zu Hause macht Tycoon Trump klar, dass Gewinnen das Einzige ist, was ihn wirklich interessiert. Kann man es einem Volk verübeln, dass es sich einen Siegertypen zum Präsidenten wünscht?

Der amerikanische Präsident mag zwar Satelliten bewegen, Atomraketen starten und das Internet ein- und ausschalten können – aber ein Gefängnis schliessen, kann er offenbar nicht. Auch der „mächtigste Mann der Welt“ kocht nur mit Wasser, denn gewisse Prinzipien gelten auf der ganzen Welt. Erstens: Wenn die Verwaltung will, steht alles still. Und zweitens: Wenn die Beamten wollen, kommt alles ins Rollen. Die Wähler sind sich – erst recht in Vorwahlen – sehr wohl bewusst, und werden von den vielen konservativen Kritikern auch daran erinnert, dass auch ein Trump viele seiner Versprechen nicht wird umsetzen können. Ein Einreiseverbot für Muslime wird es nie geben. Das weiss auch Trump, der mit seiner Forderung allerdings klar machte, dass die Zeiten, in denen der aktuelle Hauptfeind unserer freiheitlichen, westlichen Gesellschaft, der – politische – Islam, aus Gründen der politischen Korrektheit nicht einmal mehr beim Namen genannt werden darf, vorbei sind. Das ist ein Verdienst.

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Verfasst für die „Schweiz am Sonntag“ vom 28. Februar 2016.

Ein Gedanke zu „Alleweil besser als Obama“

  1. Grüezi Herr Zanetti

    Es gehört nicht hierher, aber ich wollte Ihnen ein Kompliment machen für den 20 Minuten Artikel. Wir steuern tatsächlich auf den white suicide zu. Treffend formuliert, ungern gehört, verdrängt, aber jeder weiss, dass es wahr ist. Wenn ich in die Schulzimmer schaue, dann weiss ich, dass bald Kirchtürme verboten werden anstelle der Minarette.

    Ich kann nicht verstehen, dass man die islamistische Unterwanderung nicht stoppt. Meine Kinder werden die Juden des 20. Jahrhundert sein und mich fragen: Papi, warum hast den Wahnsinn nicht gestoppt als noch Zeit dafür war?

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